Bővebb ismertető
Einleitung Kein Volk unserer Erde besitzt eine so alte, bis weit ins 19. Jh.
hinein funktionsfähig gebliebene und in manchen Einzelerscheinungen noch in unseren Tagen lebendige Kultur wie das chinesische. Sie ist nicht die älteste Kultur der Welt, sind doch erst gegen Ende des 3.Jt. v. u. Z., also relativ spät im Vergleich zu anderen Altkulturen, erste charakteristische Ansätze der nachmaligen chinesischen Kultur archäologisch nachweisbar, doch hat diese alle übrigen bereits vor ihrer Entstehung existierenden oder zeitgenössischen Kulturen - etwa die von Sumer, von Mohenjo Daro und Harappa im Industal, die des ägyptischen Pharaonenreiches, die phönizische oder die minoische Kultur Kretas, um nur einige Beispiele zu nennen - um Jahrtausende überdaue'rt. Von einigen der genannten Kulturen mögen Anregungen zur Ausbildung einer eigenständigen Kultur in Ostasien ausgegangen sein, das liegt trotz der weiten Entfernungen im Bereich des Möglichen, obschon es nicht zu beweisen ist. Das eine aber dürfte feststehen: die chinesische Kultur als Ganzes ist weder durch Völkerwanderungen noch durch sonstige Übertragungen aus Vorder- oder Südasien übernommen worden, wie man früher nachzuweisen bemüht war, sie ist vielmehr ein eigenständiges, wenn auch von Einflüssen aus Nord wie Süd nicht unberührt gebliebenes Produkt Ostasiens, eine Leistung der Ureinwohner des Gebietes, das später als »Reich der Mitte« bekannt wurde, in jahrhundertelangem Bemühen organisch gewachsen und von einer Vitalität, die ihresgleichen sucht. Eigentlich erlebt diese Kultur -an ihrer bisherigen Dauer gemessen - erst seit wenigen Jahrhunderten in der Auseinandersetzung mit neuen ökonomischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten einen Wandlungsprozeß, der ganz besonders in der Gegenwart sichtbar wird. Die traditionelle chinesische Kultur zeichnet sich nicht nur durch ihr hohes Alter aus, sondern hat sich auch von Anfang an den Kulturen der ihr benachbarten Völker im ostasiatischen Raum überlegen erwiesen. Auf Grund dieser Überlegenheit ist sie zur Mutter aller heute in Ostasien existierenden Kulturen geworden. Vor allem die Nationalkulturen Koreas und Japans wurden von ihr geprägt, aber auch die Kulturen Südostasiens, insbesondere die vietnamesische, sind nachhaltig von ihr beeinflußt worden. Neuere Forschungen scheinen zu beweisen, daß ihre Ausstrahlungen noch vor der Zeitenwende selbst bis an die Westküste Mittel- und Südamerikas gereicht haben. Ihre Überlegenheit war so überragend, daß sie alle auf dem Boden des nachmaligen chinesischen Reiches bestehenden lokalen Kulturen absorbierte und alle fremden Eroberervölker, die im Laufe der fast viertausendjährigen chinesischen Geschichte in das »Reich der Mitte« einfielen, innerhalb weniger Generationen ihre eigene Kultur zugunsten der chinesischen aufgaben und völlig sinisiert wurden. Auch die Europäer, die, von Marco Polo angefangen, mit ihr