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Vorwort zur 1. Auflage
Die „Kultur *Kuriosa" sind keine Anekdoten» Sammlung, denn sie erheben den Anspruch, nur solche beglaubigte Tatsachen anzuführen, die nicht nur merk* würdig, sondern auch für ihre Zeit, gewisse Institut tionen und Anschauungen charakteristisch sind; sie sind auch keine Kulturgeschichte, denn sie erstreben nach keiner Richtung hin Vollständigkeit oder syste* matische Ordnung. Was sie sind, wird der Leser wohl selbst herausfinden.
Daß die Schattenseiten stärker betont sind als die Lichtseiten, bringt der Zweck des Buches mit sich. Sollte aber jemand aus dem Verschweigen dieser oder jener Tatsache auf irgendeine Tendenz schließen, so möge er sich den Titel ins Gedächtnis rufen. Unter* ließ ich den Hinweis darauf, daß etwa Gregor VIL die Folterung der „Hexen" verbietet, daß der Bene» diktinerorden sich die größten Verdienste um die Überlieferung der antiken Literatur erwarb, daß ein Franz von Assisi zu den Heiligen der Kirche zählt, daß unsere Verfassung die Gleichheit aller vor dem Gesetz verbürgt u. a. m., so hat das seine guten Gründe: Ich finde das alles gamicht kurios. Würde ich diese und andere Erscheinungen aufgenommen haben, so wäre das boshaft.