Bővebb ismertető
Vorwort
Wenn hier ein Projekt der ARD/ZDF-Medienkommission unter dem Titel "Kultur und Medien" vorgestellt wird, dann verweist schon diese Reihung auf einige zentrale Probleme dieses Themenfeldes. Denn Kultur als umfassendes gesellschaftliches Teilsystem der Sinnproduktion umgreift zweifellos auch die Medien als kulturelle Institutionen, ^ultu?" basiert zudem weitestgehend auf Kommunikation, und Medien spielen im Prozeß gesellschaftlicher Kommunikation eine herausragende Rolle. Die Reihung des Titels verweist also auf die Schwierigkeiten, dieses verwobene Geflecht von Beziehungen präzise zu fassen und zu strukturieren.
Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verschärft sich dieses Problem eines vielschichtigen, aber weitgehend ungeklärten Verhältnisses zwischen Kultur und Medien zusätzlich, da ihm nach Lage der Gesetze und der höchstrichterlichen Rechtsprechung insbesondere seit 1986 ein "Kulturauftrag", eine "kulturelle Funktion", eine "kulturelle Verantwortung" als Aufgabe explizit vorgegeben sind, die er aktiv zu erfüllen hat. Aber woran mißt sich, zumal in plu-ralen Gesellschaften, die auch die Eindeutigkeit kultureller Verbindlichkeiten auflösen, ein solcher Auftrag, woran seine Erfüllung?
Bestimmte Tätigkeitsfelder des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Bereich Kultur scheinen weitgehend unumstritten. Beispielhaft sei hier der Bereich Musik genannt. Über die Bedeutung der Rundfunkanstalten allgemein mit ihrem gesamten Musikprogramm für die Entwicklung des deutschen Musiklebens nach 1945 und die ihrer Rundfunkorchester im besonderen gibt es kaum eine Kontroverse. Resümierend stellte Richard Jakoby, ehemaliger Präsident des Deutschen Musikrats, 1988 "die Bedeutung der Rundfunkorchester für unser in der ganzen Welt noch immer bewundertes und als Vorbild dargestelltes Musikleben" fest (Media Perspektiven 12/88). Jacoby betont unter anderem auch die musikpädagogische Bedeutung und die von Kooperationen mit der Schallplattenindustrie im Sinne maßstabsetzender Niveaus, auf die auch A. J. Wiesand in seinem Essay verweist (vgl. Teil I), in dem er das Verhältnis Rundfunk und Kultur aus der Sicht des Kulturforschers diskutiert. Über einen anderen Bereich, zunächst umstritten, herrscht heute ebenfalls weitgehend Konsens: Die deutsche Filmwirtschaft, die deutsche Filmkultur sähen ohne die wirtschaftlichen, aber auch die kreativen Leistungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten, ohne auch ihre Vermittlungsleisfungen heute mit Sicherheit anders aus, sofern sie überhaupt noch existent wären. Autoren, Künstler, Wissenschaftler, eine Vielzahl kulturell-kreativer, meist freischaffender Berufe, finden im "Kulturauftrag" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein Tätigkeitsfeld und zumindest partiell ihr Auskommen. Diese symbiotischen Beziehungen