Bővebb ismertető
Im Blickpunkt
Literatur im Abonnement Das 25jährige Bestehen des größten deutschen Buchklubs, des Berteis-mann-Leserings, war Anlaß zu einer Festveranstaltung in Gütersloh, dem Sitz des Bertelsmann-Konzerns, in deren Verlauf neben dem Soziologen Ralf Dahrendorf der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft unter anderem die folgenden Ausführungen machte:
Die Behauptung, die Buchgemeinschaften seien die Arbeiterbildungsvereine von heute, träfe sicherlich auf den wütenden Protest von vielen Menschen, die sich gerade für die Interessen der Arbeitnehmer engagieren. Und nicht zu Unrecht: Denn die Programmpolitik der Buchgemeinschaften muß sehr kritisch unter die Lupe genommen werden. Aber eines kann man sagen: Ohne die Tradition des Arbeiterbildungsgedankens und der Volksbildungsbewegung wäre eine Organisationsform wie die der Buchge-meinschaften nicht möglich gewesen. Buchgemeinschaften griffen, wie der Verleger Reinhold Neven Du Mont einmal gesagt hat, „eine bestehende Bewegung auf" und setzten sie, zumindest zum Teil, ökonomisch erfolgreich um. Neven Du Mont charakterisierte dies folgendermaßen: „Dem Angebot
der Buchgemeinschaften war es möglich, das letzte Hemmnis für den Erwerb von Büchern, den hohen Preis, zu beseitigen und damit allen die Möglichkeit zu bieten, durch Lektüre den Ausgleich für die Monotonie der Arbeit zu finden."
Deshalb wende ich mich gegen die kulturpessimistische Verachtung der Buchgemeinschaften. Sie haben das Buch in typische Arbeitnehmerhaushalte getragen. 60 Prozent der Mitglieder von Buchgemeinschaften haben nur die Volksschule besucht, 20 Prozent die Mittelschule. 14 Prozent waren auf dem Gymnasium, ohne Abitur zu machen, und nur 6 Prozent haben Abitur oder Hochschulausbildung. Die Hauptgruppe der Buchgemeinschaftsmitglieder stammt also aus der unteren Mittelschicht und der Unterschicht.
Dies erweist im übrigen auch die berufliche Zusammensetzung der Mitglieder aller Buchgemeinschaften. Zwar muß man wissen, daß sich die Buchgemeinschaften in ihrer sozialen Zusammensetzung sehr unterscheiden; so haben beispielsweise die Deutsche Buchgemeinschaft und die Büchergilde Gutenberg höchst unterschiedliche Anteile an Arbeitern und Angestellten. Dennoch sind die Zahlen nicht uninteressant. Sie lauten: 29 Prozent An-