Bővebb ismertető
Die Bewaltigung unserer sich immer rascher verándernden Welt benötigt zahlreiche und vielseitige geistige Orientierungshilfen. Von Zeitung und Zeitschrift über Schul-, Lehr-, Fach- und Sachbuch bis zur Biografie und Utopie reicht das Spektrum der Wegweiser in gedruckter Form. In diesem weiten Rahmen nimmt der „Kulturfahrplan" inzwischen eine gesicherte Stellung ein, vielleicht weil er zu jeder dieser Sparten gewisse Beziehungen hat. Er fafit ihre Informationen in einer bestimmten Form zusammen. Das nicht neue, aber hier erneuerte und erweiterte Prinzip der Synopse, der historischen Zusammenschau verschiedener Kultur- und Lebensbereiche vermittelt Einsichten, welche helfen, die heutige Welt in ihrer geschichtlichen Entstehung zu verstehen. Wie wesentlich das ist, erkennt man, wenn man sich ein Wesen von einem „anderen Stern" vorstellt, dem unsere kulturellen, sozialen und politischen Umstánde weithin unverstándlich, ja widersinnig erscheinen müfiten. Erst wenn es sich mit der Geschichte der verschiedenen Bereiche und besonders auch mit den Wechselwirkungen zwischen ihnen befafite, fingé es an, unsere gegenwártigen Verháltnisse zu verstehen. Man kann es auch weniger astronautisch mit dem Goethe-Wort sagen: Wer nicht von dreitausend Jahren sich weifi Rechenschaft zu geben, bleibt im Dunkeln unerfahren, mag von Tag zu Tage leben. Diese Zeilen verwendete seinerzeit Wolfgang Goetz in einer Art Gebrauchsanweisung für den „Kulturfahrplan". Auch der heute so ersehnte Blick in die Zukunft, etwa bis zum magischen Jahr 2000, ist rational nur möglich, wenn man mit aller gebotenen Vor- und Umsicht die in der Vergangenheit ablesbare Entwidklung in die zukünftige Zeit hinain geistig fortsetzt. Audi die Futurologie bedarf alsó des Rückblicks auf die Entwicklung in der Vergangenheit. Mit welchen Absichten auch immer der „Kulturfahrplan" in die Hand genommen wird, er wird sich am nützlichsten erweisen, wenn der Benutzer ihn recht eng und intensiv mit seinem taglichen Leben und seinen Interessen verbindet. Ob man vor einem Theaterbesuch das geistige Klima zur Lebenszeit des Bühnenautors erkundet, auf einer Reise mehr über die Entstehungszeit eines Bau- oder Kunstwerkes wissen will, als Leser einer historischen Lebensbeschreibung für die dort vielleicht nicht erwahnten gleichzeitigen Zeitumstande Interesse hat, oder ob man die Kette der wissenschaftlich-technischen Erfindungen bis zur Technik der heutigen Arbeitsplátze verfolgen will, auf diese und viele andere Fragestellungen geben diese Tabellen Antworten und Anregungen. Wenn der „Kulturfahrplan" sich auch zu einem bewáhrten Nachschlagewerk entwickelt hat, wozu er sich dank seines umfangreichen Registers sehr gut eignet, so will er doch besonders zum „Bláttern" auffordern. Mit anderen Worten: Neben der Frage ,Was geschah vor hundert Jahren?' ist es besonders die Fragestellung ,Was geschah in hundert Jahren?'; auf welche die hier gewáhlte Form besonders zugeschnitten ist. Dabei den Blick des Benutzers auch quer über die den verschiedenen Bereichen zugeordneten Spalten zu führen, ist ein besonderes Ziel der synoptischen Anordnung. In unserer Zeit der notwendigen Arbeitsteilung und des Spezialistentums ist die Information über andere Fach- und Lebensbereiche eine notwendige Korrektur der sonst drohenden Einseitigkeit und Verstándnislosigkeit.