Bővebb ismertető
í^-eine der grófién Kulturen hat bis zur Gegenwart derart pragende Krafte weltumspannenden Ausmafies entwickelt wie die abendlandische. Mit ihrem freiheitlichen Menschenbild und ihren Grundsátzen des politischen Zusammeniebens, mit ihrer wissenschaftlich-technischen Forschungsweise und dem Humanitátsgehalt ihrer grófién künstlerischen Gestaltungen bildete sie einen Geist der Gemeinsamkeit heraus, der alle Kontinente ergreift. Damit wird die Geschichte der abendlandischen Kultur mit ihren universalen Auswirkungen weithin zur Weltgeschichte. Was die kritischen Betrachter des Abendlandes vor Jahrzehnten einmal in ihrer Kulturdiagnose als Endzustand bezeichneten, erweist sich im Atomzeitalter, das sie nicht voraussehen konnten, als anziehende und vereinigende Kraft im Sinne einer gesamtmenschlichen Verbundenheit und einer kommenden, weil geschichtlich zwingenden globalen Kultur. Das Abendland, das man, wie die Welt es tut, weniger „abendlich" getönt den „Westen" oder einfach Európa nennen könnte, war seit langem beispielhaft für die Möglichkeit und das organische Werden eines derartigen kulturellen Zusammengehörigkeitsgefühls, das Völker und Nationen verbindet. Denn die abendlandische, die europaische Kultur begann im frühen Hellas mit Einwirkungen ágyptischen Ursprungs, bereicherte und vertiefle sich spater aus Palastina um den Geist des Christentums, nahm auf, was die Araber wufiten, und entwickelte sich dann im Laufe der Jahrhunderte in ihrer eigenen wachsenden Region zu einem Gemeingut, an dem jedes seiner Völker schöpferischen Anteil hat. Jedes dieser Völker wiederum wirkte schon bald in die Welt hinaus, und sie alle vereinten sich zur Besiedlung des amerikanischen Kontinents, der in der Gegenwart mit dem fortentwickelten europáischen Érbe über die Vereinigten Staaten eine weltweite neue Epoche einleitet. Wer diesen Ablauf betrachtet, trifft in unberechenbarem Wechsel auf den schöpferischen Beitrag ganzer Völker oder souveraner Sachwalter, auf das kulturelle Wirken standischer Gemeinschaften, auf epochale künstlerische Gestalter und ordnende Denker, auf Entdecker und Erfinder. Sie alle formten ihre Gegenwart und begründeten mit den bleibenden Werten ihres Wirkens jene kulturelle Kontinuitat, die von ihren Anfangen bis heute als abendlandische Kultur gilt. Das anschaulich klarende Vergleichsbild für den Ablauf ihrer Geschichte ware damit nicht die Linie, sondern die Schraube, die sich mit gröfieren und kleineren Kreiszügen, mit den Epochen alsó, durch eine Zeitspanne von dreitausend Jahren bewegt und mit ihrer Achse das Bleibende des einen Kreises dem anderen vermittelt. Welche Kreise, welche Epochen sind es? Was kennzeichnet sie? Wie hangén sie zusammen? Diese drei Fragen nach den grófién abendlandischen Kulturepochen, nach ihren Kennzeichen und ihrem Zusammenhang möchte dieses Buch im neuartigen Stil der vorhergehenden grófién Sachbücher des Verlages beantworten. Was die Folge der Epochen angeht, so habén die Herausgeber sie nicht nach den seit fünfzig oder hundert Jahren geláufigen, wenn auch durchaus künstlichen Ordnungssystemen der geistesgeschichtlichen oder politischen Geschichtsschreibung, sondern nach ihren ursprünglichen Ausstrahlungszentren benannt. Dabei habén sie erneut vier Fragen gestellt, deren Beantwortung ihnen, auch wenn die Bearbeitung bei der jeweiligen Mentalitat des prinzipiell erwünschten internationalen Autorenkreises unterschiedlich ausfallen mufite, als Gliederungsschema unerláfilich erschien. Denn es sind die kulturgeschichtlich wissenswerten Grundfragen, über die auch eine einbíindige Darstellung in Text und Bild Auskunft zu geben hat.