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EINLEITUNG
Als am 27. September 1822 Mr. Dacier der Französischen Akademie den Bericht über die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphenschrift vorlegte, den ihm der 31 jährige Jean François Champollion in Gestalt seiner später berühmt gewordenen !Lettre a Mr. Dacier< eingereicht hatte, da v^^ar eine neue Wissenschaft geboren: die Ägyptologie. Wie es dazu gekommen w^ar, darüber müssen wir einleitend einiges sagen.
Als die alten Ägypter im Zuge ihrer Christianisierung im Laufe des 3. Jahrhunderts n. Chr, dazu übergingen, ihre Sprache mit griechischen Buchstaben zu schreiben, da geriet die Hieroglyphenschrift schnell in Vergessenheit. Die jüngste datierte Inschrift, die wir kennen, stammt aus der Zeit des Kaisers Maximinus Daia (305-313), die jüngste in demotisdier Kursive geschriebene Urkunde aus der Zeit des Kaisers Zeno, um 470 n. Chr. Damit tauchte das alte Ägypten für viele Jahrhunderte unter. Erst in der Zeit der Renaissance setzten Versuche ein, die versunkene Welt wiederzugewinnen, wofür die jetzt auftauchenden ägyptischen Motive im künstlerischen Bereich zahlreidie Belege liefern. Die Entzifferung der Schrift freilich, für die zudem nur sehr wenige Proben zur Verfügung standen, wollte auch den Gelehrten des 17. und 18. Jahrhunderts um so weniger gelingen, als sie allgemein der Meinung waren, die Hieroglyphensdxrift sei gar keine Schrift in unserem Sinne, sondern eine Symbolsdurift, in der jedes Zeichen in geheimnisvoller Weise einen Begriff ausdrücke. So übersetzte z. B. der vielgeschäftige deutsche Jesuit Athanasius Kircher