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VORWORT
Die Donau mit ihren Nebenflüssen bietet gute Voraussetzungen für ein länderübergreifendes Kommunikationssystem, das allerdings aufgrund verkehrstechnischer, naturräumlicher und staatspolitischer Gründe häufig genug nicht optimal genutzt wurde. Durch die Veränderungen in Ost-und Südosteuropa besteht die Chance, auch im mittleren und unteren Donauraum die Voraussetzungen für einen vielfältigen Dialog zu schaffen. Wirtschaftsbeziehungen können intensiviert werden, gesellschaftliche Lebensmodelle stehen für einen Erfahrungsaustausch beireit, kulturelle Prozesse können die jeweiligen regionalen Kulturmodelle anregen, ergänzen oder deren Träger zur Akkulturation veranlassen.
Dies alles ist nur möglich, wenn eine gemeinsame Sprache gefunden wird. Daß die Wissenschaft dazu in der Lage ist, hat sie selbst in Zeiten extrem behinderter und reduzierter Kommunikation bewiesen. Wie ihr das heute wieder und in verkstärktem Maße gelingen kann, darüber hatten wir zu diskutiere?!. Dies war eine der Chancen unserer Tagung, die — in größerem Maßtab — das fortsetzen sollte, was wir schon früher begonnen haben: gute Beziehungen zu Universitäten und Forschungseinrichtungen in Rumänien, Ungarn und anderen Ländern. Uns geht es um die Eigenständigkeit der Regionen, um die Kompatibilität der regionalen Interessen mit überregionalen Notwendigkeiten und auch um die Individualität jeder gesellschaftlichen und kulturellen Gemeinschaft, um die denkbare übergreifende Gemeinsamkeit, um das Verständnis zwischen den Rändern und den Zentren, den Kleinen und den Großen. Eine Tagung, welche die Besonderheiten von Menschen und der von ihnen bewohnten Gebiete untersucht und zu definieren bemüht ist, kann dies nur, wenn sie varschiedene Ansätze für die Erkenntis findet und akzeptiert, wenn sie multidisziplinär auf ein gemeinsames Ziel zustrebt. Es ist voraussehbar, daß sich ein komplexes, in sich vielfach strukturiertes Gesamtbild abzeichnen wird, das neue Analysen und neue, unterschiedliche Betrachterstandpunkte notwendig erscheinen läßt. Die Unab-geschlossenheit des Systems, seine Wandlungsfähigkeit wird uns immer wieder beschäftigen und an uns immer neue Anforderungen stellen. Wenn wir diese gemeinsam angehen, wird der wissenschaftliche Ertrag gut, das gegenseitige Kennenlernen noch besser sein.
Das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen und das Geagraphischen Institut der Eberhard-Karls-Universität Tübingen sind sich bewußt, daß die Tagung in Herkulesbad ein guter Anfang war. Wenn daburch die nächsten Schritte vorbereitet wurden —