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Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen Phüipper 4, 5
Es ist gar nicht so einfach, richtig Weihnachten zu feiern. Mit dem Kalender stimmt es immer: In sommerlicher Zeit bereits schauen wir nach, ob durch eine günstige Konstellation von Fest- und Arbeitstagen ein kleiner Winterurlaub herausspringt. Die „Signale" der Schaufensterdekorationen machen schon sehr früh auf Weihnachten aufmerksam, beinahe zu früh, weil während der Wochen vor dem Fest der Staub auf den Goldkugeln sich niederläßt. Aber mit Kalenderdaten und Goldkugeln allein ist das Fest, so wie wir Christen es verstehen, nicht zu erfassen.
Das Foto neben diesen Zeilen macht auf unsere alltägliche, nüchtern-technische Welt aufmerksam. Mehr als wir vermuten und wahrhaben wollen, sind wir ihr verpflichtet und von ihr her bestimmt: genau geregelte Tageseinteilung, die mit Minuten rechnet, besonders in der Großstadt, Verteilung der Pflichten in der werktätigen Familie, um das häusliche Leben zu garantieren. Wie paßt da die Krippe von Bethlehem hinein, deren Betrachtung ja Zeit und Besinnlichkeit beansprucht, von der man nicht im Fernsehtempo Kenntnis nehmen kann?
Ja damals, werden wir sagen, hatten die Leute noch Zeit. Die Geburt des Gottessohnes in Bethlehem war das Ereignis des Jahres, der „Mundfunk" machte es bekannt. Aber heute überströmen uns eine Menge Informationen, Tag um Tag. Geburt in Bethlehem, nun ja, mehr oder minder bekannt -Bedeutung heute?
Ja damals, sagen wir und vergessen, daß jene Menschen auch Lebensprobleme hatten, wahrscheinlich tiefgreifendere und bedrohlichere als wir. Das römische Reich führte ein strenges Regiment, im jüdischen Land gab es immer wieder einmal Aufstände mit schwerwiegenden Folgen. Wegen dieser angefochtenen Menschen gerade hat Gott seinen Sohn in Bethlehem zur Welt kommen lassen, hat ihn zum großen Geschenk gemacht. In allen bedrängenden Lebensfragen sollte er Helfer, Retter und Tröster werden. Und das ist er über beinahe 2000 Jahre hin geblieben. Auch heute lädt das Kind in der Krippe uns ein, sich seiner heilsamen Herrschaft anzuvertrauen. Man kann getrost kommen und die Gewißheit haben, angenommen zu werden. Wie können wir uns aber selbst testen, ob dieses Kind Macht über uns gewann, uns zum Heil wurde?
Der Paulustext in der herben, etwas altertümlichen Luthersprache spricht