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1995
Rahima ist eine junge Frau aus dem kleinen Dorf Ludin in der afghanischen Provinz Kunduz. Mit ihren 17 Jahren ist sie ein hübsches aufgewecktes Mädchen, genau im heiratsfähigen Alter, so dass ihre Mutter schon ab und zu Gespräche mit anderen Frauen führt, Müttern von jungen Männern, die eventuell als Ehemann für Rahima in Frage kämen.
Es ist ein Geschäft, sogar ein gutes, wenn man das Glück hat, solch eine gut aussehende Tochter zu haben, denn das blendende Aussehen erhöht den Brautpreis und damit deutlich das Einkommen der Familie: Mit 5000 Dollar, da könnten Aziza und ihr Mann sich schon eine besondere Anschaffung leisten. Mutter Aziza hat auch schon seit Rahimas frühester Kindheit einen Jungen namens Ba-rialai ins Auge gefasst und mit dessen Mutter immer wieder getuschelt. Schließlich sind Rahimas Mutter und Barialais Mutter Schwestern, und es ist gang und gäbe, Cousin und Cousine miteinander zu verheiraten. Wichtig ist dabei aber in erster Linie der Brautpreis. Stimmt die Dollarsumme, dann stimmt auch der Bräutigam, egal wie er aussieht und was er kann.
Doch Rahima denkt nicht daran, sich an irgendeinen Verwandten im Dorf verheiraten zu lassen, schon gar nicht an den vorlau-