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Texte über Kunst und Künstler
Zur Geschichte der Kunstgeschichtsschreibung
Literatur über Kunst und Künstler ist uns seit der Antike überliefert. Da die griechischen Autoren und ihre Texte aber fast nur über Vermittlung römischer Schriftsteller bekannt sind, ist unser Wissen sicher bruchstückhaft. Kunstwerke galten als eine von den Göttern inspirierte Leistung, ihre Herstellung als niedere Betätigung. Durch die manuelle Tätigkeit bedingt, genoss die Arbeit an Kunstwerken nur geringes gesellschaftliches Ansehen und wurde der von Köchen, Schmieden und anderen Handwerkern gleichgestellt.
Wenn ihre Werke auch hoch geschätzt wurden, die „Künstler" galten als Banausen und standen weit unter Philosophen und Dichtern. Sokrates, der als Bildhauer gearbeitet, diesen Beruf aber offensichtlich als unwürdig wieder aufgegeben hatte, hielt die Kunst im Allgemeinen für unbedeutend. Dies hinderte ihn allerdings nicht, sich als Kunstrichter zu betätigen.
Für Piaton waren Künstler, die die Welt der Dinge nachahmten, Gaukler und Imitatoren einer Welt, die für ihn ja ihrerseits nur eine Nachahmung der Ideenwelt war. Bei Aristoteles und seinen Zeitgenossen erreichten einzelne Künstler Ausnahmepositionen: Sie beschäftigten sich auch theoretisch mit der Kunst und erreichten dadurch eine höhere gesellschaftliche Stellung.
Abb. links: Athens modelliert ein Pferd in Ton - Gruppe von Berlin 2415: Berlin, staatl. Museen, um 470 v. Chr., Terrakotta, H: 21 cm Abb. oben: Athene und Hera in der Werkstatt des Hephaistos
Die „Väter der Kunstgeschichtsschreibung":
Xenokrates von Athen und Duris von Samos
Einer dieser Künstler, die sich auch mit Kunstforschung beschäftigten, war der Bildhauer Xenokrates. Er entwickelte ein System zur Beurteilung von Kunstwerken, das z. B. die Proportionen, den Rhythmus und die Sorgfalt der Ausführung zueinander in Beziehung brachte. Xenokrates glaubte darin eine Entwicklung zu erkennen, für ihn war die Geschichte der Kunst eine Geschichte der künstlerischen Problemstellungen.
Duris von Samos (4. Jh. v. Chr.) war wahrscheinlich der Erste, der eine Sammlung von Künstlerbiographien zusammenstellte. Duris, Herrscher von Samos, war nicht Künstler sondern Kunstinteressierter. Den wenigen Quellen nach, wollte er offensichtlich Betrachtern den Zugang zu Kunstwerken erleichtern. Der erste Kunstführer mit genauen Objektbeschreibungen dürfte von Pausanias im 2. Jh. n. Chr. für römische Touristen in Griechenland geschrieben worden sein. Plinius d.Ä. berichtete in seinen „Naturbeschreibungen" (1. Jh. n. Chr.) auch über Künstler, wie sie ihm aus den Quellen des 5. und 4. Jh. v. Chr. bekannt geworden waren und übermittelte die Anschauung, die Kunst entwickle sich von primitiven Anfängen zur Blüte und verfalle dann wieder.