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VORWORT
Kunstwerke, aucli solche, die nicht unmittelbar für uns, sondern für Menschen anderer Zeitalter und anderer Länder geschaffen wurden, sind vor allem dazu da, um uns zu erfreuen. Keineswegs also nur dazu, um sie zu studieren, zu klassifizieren, zu katalogisieren oder aus ihnen Belehrung zu schöpfen. Diese offensichtliche Tatsache gerät leider in Vergessenheit. Sogar Privatsammler sind bereits dahin gelangt, ihre Sammlungen mehr zu klassifizieren als zu lieben; allmählich haben sie die Bezeichnung „Liebhaber" von ihrem Schild gelöscht oder zumindest den wahren Sinn dieses Wortes verleugnet.
Unsere einleitende Feststellung, daß Kunstwerke vor allem dazu da sind, um uns zu erfreuen, sollte nur eine programmatische Feststellung sein. Sie hat diese Arbeit angeregt und diente allen beteiligten Mitarbeitern, die sich vorgenommen haben, einer breiteren Lesergemeinde Freude und gesunden Genuß an den Kunstdenkmälern verschiedener Völker und Zeiten zu verschaffen, als Richtschnur. Ein engerer thematischer Rahmen ist eigentlich nicht gezogen worden. Wir haben uns im allgemeinen auf Werke nichteuropäischer Herkunft, auf einzelne Denkmäler und geschlossene Gruppen eingestellt, auf Altes und Neues, auf Offizielles und Volkstümliches, auf vom historischen Standpunkt Bedeutendes und Unbedeutendes, einfach so, wie wir in den tschechoslowakischen öffentlichen und Privatsammlungen darauf gestoßen sind.
Das Ergebnis unserer Arbeit hat daher ein wenig die Form eines Symposions, des klassischen Gastmahls, zu dem die Sammler ihre „Symbolae" zusaminentrugen, Beiträge, danach gewählt, was sie zu Hause hatten, was sie liebten und was sie mit den anderen teilen wollten. Es ist selbstverständlich, daß einem derart zusammengetragenen Gastmahl Uneinheitlichkeit und mangelnde Systematik verziehen werden muß. Es kann daraus kein geistvoll konstruierter und angelegter Bau, kein enzyklopädisches und erschöpfendes Werk entstehen. Die für den gemeinsamen Tisch mit Liebe zusammengetragenen Gaben werden nicht immer repräsentative Exemplare dieses oder jenes Gebietes der bildenden Kunst darstellen. Ebenso werden die einzelnen Gebiete nicht im richtigen Verhältnis vertreten sein, und für viele Kapitel (monumentale Skulptur, vorderasiatisches Glas, die Malerei Chinas, Japans und Indiens, die Keramik des Fernen Ostens usw.) wird allerdings überhaupt kein Raum bleiben. Es wird jedoch gewiß Freude an der Schönheit, Freude an der Unendlichkeit und an dem über alles mannigfaltigen menschlichen Schaffen, Freude an der Freiheit und Selbstbeherrschung bringen, die den großen Bau der Kunst aufrichten helfen. Wohl auch ein wenig Belehrung über die anerkannt großen künstlerischen Formen sowie auch über die weniger anspruchsvolle und weniger offenkundige Schönheit, auch einen fachlichen Beitrag und die Möglichkeit des Studiums von bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Kunstgegenständen.
Was die Texte anbelangt, so wurden sie gleichfalls in der Form eines Symposions zusammengetragen. Sie konnten und wollten weder erschöpfend noch uniform sein. Verschiedene Autoren haben in dem Bestreben, im Rahmen des vorgesehenen Umfanges zumindest einen schwachen Lichtstrahl in das ihnen anvertraute Gebiet zu werfen, nach bestem Wissen und Gewissen die verschiedenartigsten Wege gewählt. Der eine stellte
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