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KUNST IN OSTBAYERNUmschlag: Ausschnitt aus dem Re-gensburger Minne-Teppich um 1360 im Museum der Stadt Regensburg.Ostbayern ist keine landschaftliche Einheit. Reich gegliedert vereint es Landstriche mit recht verschiedenem Charakter: Das flach gewellte Hü-gelland Altniederbayerns, die frucht-bare Donauniederung, die von den Auslaufern des ]ura durchzogene westliche Oberpfalz und schliefllich die herbe Berglandschaft des Ober-pfalzer und gardes Bayerischen Wal-des. Auch die sehr bodenverbunde-nen Menschen beharren in jederGe-gend auf heimatlicher Eigenart. So nimmt es nicht wunder, dafi die Kunst in Ostbayern kein homogenes Bild bieten kann. In ihrer Vielfalt Spiegelt sie,was dieGeschichteOst-bayerns reichlich belegt: Wechseln-de Herrschaftsverháltnisse und star-ke Einflüsse von aufien her habén den heutigen Bestand tiefgreifend mitgeformt.Geographisch gesehen öffnet sich der ostbayerische Raum willig nach allén Richtungen: Nach Norden naab- und vilsaufwarts, nach Osten und Westen entlang der Donau, nach Síiden wie ein geöffneter Fá-cher gegen Oberbayern hin. Dieses allseits offene Land war nicht nur von jeher Wander- und Durchzugs-gebiet, sondern durch Grabungen konnten auch alle Kulturen von der Alteren Steinzeit bis zu den Kelten als einheimisch nachgewiesen wer-den. Uralte Handelswege durchzie-hen Ostbayern und treffen sich an den Donauübergángen. Der Strom ist gerade die Schicksalslinie der ganzen Landschaft. An seinen Ufern bildeten sich die altesten Stadte. Für unsere kleine Handreichung, dieauf den heutigen Bestand ostbaye-rischer Kunstdenkmaler hinweisen möchte, ist als erste Epoche die der römischen Herrschaft von Belang. In ihr bereits bestimmt die Donau das Geschehen: Sie bleibt Nord-grenze der römischen Eroberung und an ihr errichten die Legionare ihre festen Láger, vor allém im heutigen Passau,Straubing und Regensburg. Allmahlich werden diese von Ansiedlungen umwachsen, Heiligtü-mer und Badeanlagen kommen hin-zu. Wichtige Fundstücke der Zeit bewahren die örtlichen Museen, be-sonders das weitlaufige und inhalts-reiche der Stadt Regensburg. Auch eindrucksvolle Baureste habén sich erhalten.Das Ende der Römerherrschaft Iá6t sich nicht genau bestimmen. üeden-falls war sie in den Stürmen der Völkerwanderung mehr und mehr abgebröckelt und schlieftlich einem wirren Zwischenzustand gewichen, der erst mit der Landnahme der Ba-juwaren im frühen 6. Jahrhundert sein Ende fand. Von Bauunterneh-mungen der bajuwarischen Stam-mesherzöge, die Regensburg zu ihrer Hauptstadt wahlten, wissen wir zwar, aber sie sind zerstört oder in spateren Bauwerken aufgegan-gen. Die Alte Kapelle, der Herzogs-hof und St. Emmeram umschliefien solche Reste. Gerade St. Emmeram kann schwerlich iiberschatzt werden in seiner Bedeutung für die frühe ostbayerische Kunst bis weit über dieüahrtausendwende hinaus.Aufler den Bauleistungen ist da vor allém an die blühende Buchmalereizu den-