Bővebb ismertető
5 Über die Kunst Mesopotamiens sind in den letzten Jahrzehnten záhlreiche Bücher geschrieben worden. Schon lange sind die mesopotamische und agyptische Kunst in unmittelbare Nahe zur griechischen Kunst gerückt und zu deren Erklarung herangezogen worden. Aber es ist noch nicht so lange her, dafi es möglich wurde, eine Entwicklung der mesopotamischen Kunst auf der Grundlage der geschichtlichen Entwicklung des Landes, d. h. ausgehend von der Eigenbedeutung dieser wohl áltesten Kulturlandschaft unserer Erde, in kontinuierlicher Darstellung zu rekonstruieren. Die Wiederentdeckung der frühen Geschichte Mesopotamiens ist von der Lesung und Interpretation der Inschriften und Texte und beinahe noch mehr von der Findung und Ausdeutung archáologischer Materialien abhangig. Neue Ausgrabungen und Funde gestatten immer wieder die bisherigen geschichtlichen Ergebnisse zu erganzen und in den Einzelheiten zu vertiefen. Der BegrifF Mesopotamien wird hauflg im Sinne einer Zusammenfassung des gesamten vorderasiatischen Raumes bis zu den Grenzen des iranischen Hochlandes hin verwendet, als Kontrast zu Griechenland und Agypten diesseits und zu Indien jenseits dieses willkürlich gefafiten Territoriums. In Wirklichkeit löst sich die Geschichte des altén Vorderasiens auf in die Geschichte Sumers und Akkads, Babyloniens und Assyriens, der altén Völker Syriens und Kleinasiens, der Kassiten, Mitanni und Hethiter, der Kanaanaer, Phöniker und Aramaer, der Philister und der hebraischen Stamme und Staaten, der Elamiten und altén Bewohner Westirans, der Urartaer, Meder und Perser, der Kimmerier und Skythen, der Phryger und Lyder, der Parther und Sassaniden, und zahlreicher weiterer, oft noch namenloser, kleiner Stadtstaaten und Völkerschaften. Nur Sumer und Akkád, Babylonien und Assyrien dürften im eigentlichen Sinne unter dem BegrifF Mesopotamien zusammengefaftt werden. Die begriffliche Erweiterung und Vereinheitlichung des vorderasiatischen Raumes wird gerechtfertigt durch gewisse politische und kulturelle Wechselbeziehungen, wie sie in landschaftlich eng verbundenen Gebieten auch andersWo auftreten, und vor allém mit sehr gewichtigen Hinweisen auf die Entstehung der altesten Klassengesellschaft im südlichen Mesopotamien und die allgemeinen Voraussetzungen für ihr Entstehen, die sich im ganzen vorderasiatischen Raum herausgebildet habén. Eben dieses letztgenannte Argument macht es erforderlich, auch an dieser Stelle auf die fruh- oder vorgeschichtlichen Gemeinsamkeiten kurz hinzuweisen, die für die Vorklassengesellschaft in Vorderasien charakteristisch sind. lm südlichen Mesopotamien, dort, wo sich nach der Aussage der Schriftquellen die altesten Stadtstaaten von Kisch, Erech (Uruk) und Ur befanden, nimmt die Geschichte des Landes im eigentlichen Sinne, alsó als geschriebene Geschichte, ihren Anfang. Das Vorherrschen der sumerischen Sprache und Kultur laftt die Bezeichnung „Sumer" als Zusammenfassung dieser áltesten Staatswesen gerechtfertigt erscheinen. In absoluten Zahlen freilich ist dieser kulturell bestimmte Zeitabschnitt schwer abzugrenzen. Vorsichtig ausgedrückt lafit sich feststellen, daft die Sumerer in der ersten Halfte des 3. Jahrtausends v. u. Z. im südlichen Mesopotamien politisch und kulturell die Herrschaft ausüben, in der zweiten Halfte des Jahrtausends diese Herrschaft politisch an die Akkader abgeben, um sie gegen Ende dieses und Anfang des nachsten Jahrtausends noch einmal in einer Art Renaissance zu übernehmen. Um etwa das Jahr 1750 v. u. Z. ist die Epoche des Staates bzw. der Staaten von Sumer abgeschlossen. Sprachforschung und archaologische Bodenforschung sind sich jedoch einig, dafi die Sumerer nicht die altesten Bewohner Südmesopotamiens waren. Andererseits ist die Besiedlung Südmesopotamiens als eines alluvialen Schwemmlandes der Flüsse Euphrat und Tigris kaum altér als das 5. Jahrtausend. Zwischen 5000 und 3000 etwa müssen wir ansetzen, a) die vorsumerische, nur archaologisch (und in sprachlichen Resten) faflbare Ubaidzeit und b) die Einwanderung der Sumerer. Gleichzeitig mit den Sumerern, vielleicht auch schon früher, sind auch Nomádén, die eine