Bővebb ismertető
Das ágyptische Volk der Vorzeit erscheint uns als Tráger einer höheren Kultur, die aus einer anderen Welt stammt. In der Periode, in welcher die Völker der Erde mühsam aus der Steinzeit herauskamen und in allén Régiónén der Welt Kulturen mehr oder weniger gleicher Höhe hervorbrachten, tritt das ágyptische Volk schon voll entwickelt hervor und überwindet sehr schnell die Grenzen menschlicher Möglichkeiten von vor sechstausend Jahren, sozusagen kraft erlebter Erfahrungen aus einer anderen, aufíerordentlich fortgeschrittenen Welt. Auf der vom Nil befeuchteten Erde beginnt so ein unwiederholbarer Versuch, der sich in wenigen Jahrhunderten Schwindel erregend entwickelt und dabei Werke der Kunst und der Wissenschaft hervorbringt, die weit über die Möglichkeiten des Zeitalters hinausgehen. Die Verwirklichung der Cheops-Pyramide zu einer Zeit, als das Eisen und das Rad noch unbekannt waren, bleibt auch heute noch ein unerklárliches Geheimnis. Wir stehen noch fassungsloser da, wenn wir bedenken, dass die Ágypter schon vor Errichtung der GroBen Pyramide eine Technik und Organisation besaBen, die sie beföhigten, über Tausende von Kilometern weg die Überschwemmungen des Nils zu bándigen und die Sumpfgebiete und selbst die Wüste in ein neues irdisches Paradies zu verwandeln. Betrachten wir die Entwicklungszeiten der anderen Völker, von denen einige fast noch heute in der Steinzeit stehen geblieben sind, so bemerken wir ebenfalls, dass das Volk des Planeten Ágypten die Weltgeschichte um zweitausend Jahre vorweggenommen hat. Zudem ist seine Auftriebskraft derartig máchtig gewesen, dass sie auch über fünftausend Jahre weg angedauert hat. Die zu der gigantischen Unternehmung benutzten Werkzeuge sind das Wasser und das Feuer, das heiBt der Nil und die Sonne; keine bequemen Werkzeuge, sondern von dem ursprünglichen Volk gestaltete und erarbeitete, weil von der von Wasser und Feuer kommenden Zerstörung die Fruchtbarkeit der Erde, das Leben Ágyptens selbst begünstigt wurde. Die Menschen arbeiteten mit Isis und Osiris zusammen, um das Leben wieder zu schaffen, um der Erde das Aussehen des Paradieses wiederzugeben, eines irdischen Paradieses, das sich mit dem himmlischen wieder vereint. Ágypten ist nicht das gelobte Land: es ist die vom Menschen Tag für Tag und Jahr für Jahr geschaffene Erde in einem Werk, das sich ohne Ende erneuert und in dem Geschöpf und Schöpfer verschmelzen. Es gibt da keine Trennung der Fortdauer zwischen Göttern und Menschen mehr, die Götter befinden sich unter den Menschen: ihr Antlitz ist das gleiche wie das der Menschen oder das der Tiere, die sie im Himmel und auf Érden umgeben. Ihre Hande sind unsichtbar und unendlich, so wie die Strahlen der Sonne unendlich sind. In jeder Scholle der Erde Ágyptens gibt es das Wasser und das kosmische Feuer, den Tod und die Auferstehung, die menschliche Wesenheit und die göttliche Wesenheit. Nil und Sonne bezeichnen zwei grenzenlose Ringé, die das ganze Universum dieser und der anderen Welt durchströmen. Sie sind der Weg, an dem der neue Mensch des Planeten Ágypten die Entstehung und den Seinsgrund seiner ewigen Bahn erfáhrt. Für uns Menschen zweitausend Jahre nach Christus ist es noch möglich, dies unauslöschliche Gleichgewicht zwischen dem Wege des Wassers und dem Wege des Feuers wiederzufinden, wenn wir uns auf einer Segelbarke Oberágyptens dahintreiben lassen. Es ist noch möglich, jene unsichtbare Brücke wiederzufinden, die uns mit den Quellen unserer Geschichte vereint, die tiefe Rührung neu zu erfahren, die unser Vorfahr empfand, wenn er vor fünftausend Jahren dem Gesang lauschte, der sich zu Jahresbeginn beim Hochwasser des Nils erhob: Komm, Wasser des Lebens, das vom Himmel strömt, komm, Wasser des Lebens, das aus der Erde quillt. Der Himmel brennt und die Erde erziíterí beim Nahen des Grófién Gottes. Die Berge im Westen und im Osten Öffnen sich, der Grofie Gott erscheint, der Grofie Gott bemachtigt sich des Leibes von Ágypten. 3