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Ägyptischer Sphinx.
Einleitung.
I. Die ägyptische, mesopotamische und ägäische Kunst.
Lange bevor Griechenland die Lehrmeisterin der Menschheit wurde, sehen wir im Orient bei verschiedenen Völkern eine hohe Kultur erblühen. Vor allem haben Ägypten, Mesopotamien und die Völker des Ägäischen Meeres eine eigenartige Kunst aufzuweisen, deren genauere Kenntnis wir erst allmählich durch Entdeckungen und Ausgrabungen gewinnen. Wir sehen in den genannten Ländern eine Baukunst entstehen, der wir, so fremd sie auch unserem Empfinden sein mag, hohe Bewunderung nicht versagen können. Das Kunstgewerbe ist glänzend entwickelt (S. 17). Aber auch in der Plastik und Malerei sind treffliche Leistungen aufzuweisen: so zeichnen sich die Künstler bei der Darstellung von Tieren durch gute Naturbeobachtung und Frische der
Auffassung aus (S. 15 u. 16). Den Ägyptern gelingt auch bei Porträts von Personen im Gesichtsausdruck Hervorragendes (S. 12), während der übrige Körper, wie auch bei den Assyriern und Babyloniern, konventionell behandelt wird. Reliefs und Malereien befremden trotz vieler Vorzüge durch die falsche Perspektive (Fig. 25). Überhaupt gelangt man nicht zu voller Freiheit: Werke wie der Hermes des Praxiteles oder der sterbende Gallier, Gemälde nach unseren Anschauungen bringen erst die Griechen hervor, deren höhere Leistungen wir besonders auch in den Göttergestalten bewundern.
1. Die ägyptische Kunst. Die alten Königsgräber, die Pyramiden, gehören meist dem alten Reich von Memphis (2800—2200) an, der Tempelbau erreicht seine
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