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Die ásthetischen und literaturkritischen Ansichten G. W. Plechanows Als Genosse Shdanow in seinem Referat über die Zeitschriften „Swesda" und „Leningrád" darauf hinwies, daB die Sowjetkultur „auf der Grundlage des kritisch verarbeiteten kulturellen Erbes der Vergangenheit" „entstand, sich entwickelte und erblühte"1, hob er besonders die ungeheure Bedeutung des Schaffens der russischen revolutionár-demokratischen Schriftsteller und Kritiker hervor. Neben Belinski, Dobroljubow, Tschernyschewski, Saltykow-Scbtschedrin steht auch Plechanow, der, wie Genosse Shdanow sagte, „viel dazu beigetragen hat, die idealistische, wissenschaftsfeindliche Vorstellung von Literatur und Kunst zu entlarven und die Grundthesen unserer groBen russischen revolutionáren Demokraten zu verteidigen, die uns gelehrt habén, in der Literatur ein máchtiges Mittel des Dienstes am Volke zu sehen" 2. Plechanow war der erste der russischen Marxisten, der danach strebte, eine ásthetische Theorie im Sinne der groBen Weltanschauung des wissenschaftlichen Sozialismus zu entwickeln und auf das feste Fundament der marxistischen Philosophie zu gründen. Plechanow hat sich viel mit Fragen der Kunst befa(3t. Seine Bemühungen waren von dem Wunsche durchdrungen, im Lichte der marxistischen Theorie nicht nur das Wesender Kunst, die GesetzmáGigkeiten ihrer Entwicklung zu erkláren, sondern auch die Waffe der Literaturkritik und der Ásthetik im Interesse des kámpfenden Proletariats zu benutzen. Bei der Beurteilung des Plechanowschen Erbes auf dem Gebiete der Ásthetik und der Literaturkritik muB man von der bekannten Leninschen Charakteristik der theoretischen Arbeiten Plechanows in der besten Periode seines Schaffens ausgehen. „Im Laufe von zwanzig Jahren, 1883 bis 1903", schrieb Lenin, „hat er eine Menge ausgezeichneter Werke geliefert, besonders gegen die Opportunisten, die Machisten und die Narodniki."3 Zugleich muB man berücksichtigen, daB die politische Entwicklung Plechanows vom revolutionáren Marxismus zum Menschevvismus, die ersten Ansátze falscher Anschauungen, die ihm schon in der besten Periode seines theoretischen und politischen Schaffens anhafteten, auch seine ásthetischen und literaturkritischen Anschauungen nicht unbeeinfluBt lassen konnten. Daraus entspringen jene Widersprüche, die die literarischen Arbeiten Plechanows ungleichwertig machen. Deshalb war es notwendig, seine falschen Thesen sorgfáltig abzugrenzen und alles das ans Liclit zu förclern, was den wertvollen und unvergánglichen Teil der marxistischen Iíunsttheorie bűdet. 1 A. Shdanow, „Über Kunst und Wissenscliaft", Dietz Verlag, Berlin 1951, S. 30. 2 Ebenda, S. 31. 3 W. I. Lenin, Werke, 4. Auflage, Moskau 1950, Bd. 20, S. 333, russ.