Bővebb ismertető
Vorwort zur sechsten AuflageDas Buch, das 1915 in erster Ausgabe erschien, wird hier zum sechsten Mal in unveränderter Gestalt aufgelegt. An Stelle der langen Vorreden der früheren Ausgaben sollen aber nur wenige Sätze treten. Das, was den alten Text erklärend und erweiternd begleiten müßte, ist allmählich zu einem Umfang angewachsen, daß es nur in einem selbständigen zweiten Band untergebracht werden kann.Zur allgemeinen Orientierung diene folgendes. Die Grundbegriffe sind hervorgegangen aus dem Bedürfnis, der kunsthistorischen Charakteristik eine festere Basis zu geben; nicht dem Werturteil - davon ist hier gar nicht die Rede -, sondern der Stilcharakteristik. Diese hat das größte Interesse, zunächst einmal die Form der Vorstellungsbildung zu kennen, der sie im einzelnen Fall gegenübersteht. (Man spricht besser von Vor-stellungsiormen als von SeMormen.) Selbstverständlich ist die Form der anschaulichen Vorstellung nicht etwas Äußerliches, sondern von bestimmender Wichtigkeit auch für den Inhalt der Vorstellung, und insofern ist die Geschichte dieser Anschauungs-begriffe bereits auch Geistesgeschichte.Die Art des Sehens oder sagen wir also des anschaulichen Vorstellens ist nicht von Anfang an und überall dieselbe, sondern hat, wie alles Lebendige, ihre Entwicklung. Es gibt Stufen der Vorstellung, mit denen der Kunsthistoriker zu rechnen hat. Wir kennen altertümlich-unreife Sehweisen, wie wir andrerseits von hohen und späten Kunstperioden sprechen. Die archaische griechische Kunst oder der Stil der alten Portalskulpturen von Chartres darf nicht so interpretiert werden, als ob die Dinge heute gemacht worden wären. Anstatt zu fragen: Wie wirken diese Kunstwerke auf mich (den modernen Menschen)?, und danach den Ausdrucksgehalt zu bestimmen, muß der Historiker sich vergegenwärtigen, welche Auswahl von Formmöglichkeiten die Zeit überhaupt hatte. Das wird dann zu einer wesentlich andern Interpretation führen.Die Entwicklungslinie des anschaulichen Vorstellens ist, um