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Vorwort
Mein vor mehr als zwanzig Jahren erschienenes Buch »Moderne Gläser« (Verlag vonHermann Seemann Nachf.,Leipzig) ist längst vergriffen. Eine Neuauflage ist aber unmöglich. Was damals modern war, ist es heute längst nicht mehr. Rascher als zu anderen Zeiten hatten sich gerade im letzten Menschenalter die Verhältnisse geändert. Damals hatte man eben erst begonnen, sich von den historischen Stilarten langsam abzuwenden, und die ersten Versuche der Selbständigkeit konnten noch nicht befriedigend ausfallen. Gilt dies schon im allgemeinen, so wird man sich auf dem Gebiete der Glasdekoration am wenigsten wundern können, daß damals noch nicht allzuviel Hoffnungsvolles zu verzeichnen war. Gerade das Glas ist ja bekanntlich ein exklusiv konservatives Material, das immer nur langsam und zögernd eine ästhetische Umstellung vornimmt, wenn schon so ziemlich alle anderen Werkstoffe vorangegangen sind.
Wenn sich so eine neue Auflage des seiner Bestimmung nach vollständig veralteten und nur noch kulturgeschichtlich verwendbaren Buches ausschließt, so empfiehlt es sich doch andererseits, den derzeitigen Stand wieder neu zusammenzufassen, wenn man auch die Gewißheit hat, in einem weiteren Menschenalter abermals gezwungen zu sein, einen ganz anderen Tatbestand aufzunehmen. Die »Runstgläser der Gegenwart« sind somit ein vollständig neu entstandenes Buch, das aus den »Modernen Gläsern« keine Textzeile herübernehmen kann und nur einige wenige charakteristische Abbildungen wiederholt, die auch in diesem Zusammenhang nicht gut entbehrt werden konnten.
Der Fortschritt, den die Glasveredlung gerade in den letzten Jahren gemacht hat, ist außerordentlich groß. Die um die Jahrhundertwende meteorhaft leuchtenden Tendenzen eines Gallé
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