Bővebb ismertető
m mm FRITZ SCHULZE ALS MALER UND GRAPHIKER Die Gedachtnisausstellung, die im Sommer 1946 von den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden für Fritz Schulze veranstaltet wurde, brachte ein Gesamtwerk an die öffentlichkeit, das zahlenmaftig noch immer recht stattlich ist, obwohl die Zeitumstande dér Erhaltung seiner Arbeiten ja nicht besonders günstig gewesen sind: mehr als ein halbes Hundert ölbilder und ölskizzen, ebensoviel groí3e Aquarelle, ein paar Dutzend durehgeführte Bildniszeichnungen neben vielen kleinen Studjenblattern, sowie annahernd hundert Holzschnitte verschiedenen Formats. Die Entwicklung umfaftt etwa fünfzehn Jahre (1926-1940), einen Zeitraum, in dem zunachst noch dér abklingende Expressionismus eine gewisse Rolle spielt, und dessen zweite gröfBere Halfte dann von dem verödenden Kunstbetrieb des Hitlerregimes erfüllt ist. Fritz Schulze verschrieb sfch nicht einer bestimmten Richtung, nicht als Mitláufer und nicht aus Opposition, sondern er suchte selbstandig seinen Weg und entnahm den Belehrungen und Anregungen, die ihm die akademischen Lehrer und das Dresdner Kunstleben botén, nur soviel, als seiner Eigenart, dérén er sich instinktiv sicher fühlte, zutraglich war. Aus seinen Anfangen spricht eine merkwürdige Doppelbegabung. Einmal die Hinneigung zűr Natúr, eine gefühlsmabige Anteilnahme an dér Landschaft, die in einigen flott hingeschriebenen kleinen ölbildern sichtbar wird. Und dann eine Vorliebe für phantastische Éinfalle und ein grotesker Humor. Es existieren Bleistiftskizzen zu Ibsens tiefsinnigem Drama Peer Gynt und Bildentwürfe zu dér Geschichte des norddeutschen Seeraubers Claus Störtebeker, dér um 1400 mit seinen Gesellen in Hamburg gepfahlt wurde, und dér ihm wohl als sympathischer Kampfer gégén Bürgerordnung und Bürgermacht erschien. Er mait phantastische Tiere, die halb spukhaft, halb ulkig ihr Wesen treiben, oder eine Wilde Jagd, wo die Schindmahren und Unglücksraben mit einem gewissen grandiosen Ungestüm durch die blaue Nacht sausen. Er versucht, in Bildern wie Dér Idiot" und Dér Haremswachter" das Eckige dér Gebarde, das Erregende farbiger Kontraste in dér Art Emil Noldes bildmabig zu meistern, aber die Gröfte des Mafóstabes, den er wahlt, geht noch weit über seine Kraft hinaus. Für Kompositionen religiösen Inhalts: eine Kreuzigung Petri und ein Dreiflügelbild Johannes dér Taufer" (nur die Seitenteile: dér Taufer im Kerker und dér Henker mit dem Haupt des Johannes habén sich erhalten) mögen Preisausschreiben die Anregung gegeben habén; er hat ofFenbar lángé mit diesen Aufgaben gerungen und manchen guten Einfall dabei gehabt. Aber bei alledem handelt es sich nicht um Werke, denen mán einen absoluten Wert beimessen könnte (Fritz Schulze würde das heute selbst nicht tun), sondern um Versuche, um Ansatze, um Selbstzeugnisse, die aufschlubreich sind, weil sie auf gewisse Anlagen hinweisen, die ihm angeboren waren, die er aber erst bandigen und disziplinieren und in harter Arbeit umformen mubte, ehe sie, ein Jahrzehnt spater, zu wesentlichen und wertvollen Zügen seiner Kunst wurden. 1927/28 arbeitet er an dér Dresdner Akademie bei Feldbauer und Sterl und unter ihrem Einflub. Obwohl wir aus dér Lebensgeschichte wissen, daft das Verhaltnis zu den Professoren nicht ganz sturmfrei war, merkt mán davorn in den Bildern nichts. Es mull für den Fünfundzwanzigjahrigen eine