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Giovanni BoccaccioMesser Forese da Rabatta und Meister Giotto, der Maler, kommen beide vom Mugello; der eine bespöttelt die Elendsgestalt des andern, und jener pariert bissig Liebste Frauen, wie das Schicksal zuweilen unter niedrigen Berufen die höchsten Geistesanlagen verbirgt, so geschieht es auch oft, daß die Natur in häßlichste Menschengestalten die wunderbarsten Talente versenkt. Solches erwies sidi bei zweien unserer Mitbürger, von denen ich euch kurz berichten will. Der eine, namens Messer Forese da Rabatta, war klein und ungestalt und hatte ein so plattes und stumpfnasiges Gesicht, daß er selbst einem Angehörigen der ohnedies so häßlichen Baronci-Sippe als Scheusal erschienen wäre; doch war er im Rechtswesen so erfahren, daß er von vielen bedeutenden Männern als Hort des Zivilrechtes angesehen wurde.Der andere, Giotto genannt, besaß ein überragendes Talent, alles, was die Natur, die Mutter aller Dinge und Bewegerin der Gestirne des Himmels, hervorbringt, mit Stift, Feder oder Pinsel so genau wiederzugeben, daß es nicht nur ähnlich, sondern schier das Ding selbst zu sein schien; so sehr, daß das Auge der Beschauer sich oft täuschte und für Wirklichkeit hielt, was nur gemalt war. Und da er jener Kunst wieder zu Glanz verholfen hatte, die viele Jahrhunderte lang durch die Verirrung einiger, die mehr zur Augenweide der Ignoranten denn zur Erbauung der Gebildeten malten, darnieder gelegen hatte, kann man ihn mit Fug und Recht als eine derII