Bővebb ismertető
»Was seit Herder und der Romantik unaufhaltsam und in stándiger Erbreitung vorbrach, zunáchst mehr ahnend, fühlend und sammelnd, das bekam in Leipzig die methodische Strenge, die seelische Tiefe und die Weltenweite. Gerade Leipziger Forscher bahnten neue Wege, Sprache, Geist und Leben der Völker zu begreifen.« »Lehre und Forschung umspannten in seltener Vollstándigkeit die Sprachen, Kulturen, Literaturen des Abend- und Morgenlandes.« Diese Worte von Theodor Frings zum einstigen wissenschaftlichen Leben in Leipzig habén in unserem sozialistischen Staat ihre volle Gültigkeit. Bedürfte es dafür neben der umfassenden Lehre und den vielen Publikationen der Wissenschaftler der KarlMarx-Universitát eines weiteren Beweises, die umfangreichen und vielfáltigen Kunstsammlungen vermögen ihn zu bieten. Sie sind aus den Ruinen des faschistischen Krieges zu neuer Wirksamkeit erstanden. Schwere, zum Teil unersetzliche Verluste erlitten sie in der Bombennacht des 4. Február 1943, doch mit der Hilfe des sozialistischen Staates und dank der unermüdlichen Arbeit von Wissenschaftlern, Angestellten und Arbeitern wurden die kostbaren Schátze geborgen, restauriert und werden nun allmáhlich immer breiteren Kreisen zugánglich gemacht. Heute umfassen die Sammlungen der Universitát weit über 30 000 Exponate von künstlerischem, kultur- und wissenschaftsgeschichtlich hohem, mitunter sogar einmaligem Rang. Kunstwerke und künstlerisch gestaltetes Gerát, Bücher und Instrumente aus mehr als 5000 Jahren, von etwa 3200 vor unserer Zeitrechnung bis in unsere Tage, lassen die Entwicklung menschlichen Denkens und Fühlens, Hofínungen und Angste des Menschen, das Bild, das er sich von sich selbst und von der Welt machte, sein Ringen um Erkenntnis und gesellschaftlichen Fortschritt nacherleben. Die grófién Epochen der Menschheitsgeschichte und die Kunst und Kultur verschiedenster Lánder und Völker sind mit zum Teil einzigartigen Werken vertreten. Das Érbe vergangener Jahrhunderte wird in der Begegnung zu lebendiger Gegenwart. Im vorliegenden Bande sollen das Agyptische Museum, das Antikenmuseum, das Musikinstrumenten-Museum, die Sammlungen der Universitátsbibliothek und des Karl-Sudhoff-Instituts für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften mit ausgewáhlten Werken vorgestellt werden. Hinzu kommen die kunsthistorisch bedeutsamen Stücke aus dem Bereich der Plastik, Maierei und des Kunsthandwerks, die sich, auf Institutionen verstreut, im Besitz der Universitát befinden und unter der Bezeichnung »Kunstsammlungen« aufgeführt werden. Die Geschichte der Sammlungen spiegelt in fast allén Fállen ein Stück Wissenschaftsgeschichte wider. Die Leipziger Universitát war den Künsten stets eng verbunden. Im Wintersemester des Jahres 1465 war hier jener »Martinus Schöngawer de Colmar« immatrikuliert, der spáter der bedeutendste deutsche Kupferstecher vor Dürer werden sollte und den Albrecht Dürer wie seinen eigenen Lehrer verehrte. Grófi ist die Zahl der Poeten, die die alma mater lipsiensis zu ihren Lehrern oder Studenten záhlte. Die illustren Namen reichen von Conrad Celtis und Ulrich von Hutten bis zu Gottsched, Lessing, Klopstock, Gellert, Goethe, Jean Paul, Seume, Korner, Novalis und Friedrich Schlegel. Seit 1701 studierte in Leipzig Georg Philipp Telemann und gründete ein Collegium mu-