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Th. Bersin - Kurzes Lehrbuch der Enzymologie [antikvár]
 
Geschichtliche Einleitung Die Lebensvorgänge sind mit chemischen Veränderungen der organischen Verbindungen, welche die organisierte Materie aufbauen, verbunden. Ein Verständnis für das Entstehen, Wachsen und Vergehen in der lebenden Natur ist nur dann möglich, wenn wir diese organischen Verbindungen in ihrer Konstitution kennen und die chemischen Prozesse, die an ihnen vor sich gehen, beherrschen. Im Gegensatz zu der übergroßen Zahl der chemischen Vorgänge in der anorganischen Welt wird die Chemie der Lebensvorgänge beherrscht...
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Geschichtliche Einleitung Die Lebensvorgänge sind mit chemischen Veränderungen der organischen Verbindungen, welche die organisierte Materie aufbauen, verbunden. Ein Verständnis für das Entstehen, Wachsen und Vergehen in der lebenden Natur ist nur dann möglich, wenn wir diese organischen Verbindungen in ihrer Konstitution kennen und die chemischen Prozesse, die an ihnen vor sich gehen, beherrschen. Im Gegensatz zu der übergroßen Zahl der chemischen Vorgänge in der anorganischen Welt wird die Chemie der Lebensvorgänge beherrscht und gelenkt durch die eigentümlich hohe und auswählende Eeaktionsfähigkeit einer beschränkten Anzahl chemischer Verbindungen, die wir heute als biochemische Wirkstoffe bezeichnen. Dazu zählen wir die Enzyme, Vitamitie, Hormone, Gamone, Termone, Wuchsstoffe, Organisatoren und Gensubstanzen. Zwischen ihnen bestehen nahe Beziehungen, die es oft schwierig machen, eine scharfe Klassifizierung vorzunehmen. Nur bei den Enzymen ist es bis jetzt zum Teil recht weitgehend gelungen, Einblick in die Art ihrer cheniiischen Umsetzungen zu gewinnen. Enzyme werden definiert als organische Katalysatoren kolloider Natur, die von lebenden Organismen erzeugt werden. Als Katalj^satoren werden (Mittasch, 1936) solche Stoffe bezeichnet, die scheinbar durch ihre bloße Gegenwart chemische Reaktionen oder Reaktionsfolgen nach Richtung und Geschwindigkeit bestimmen, und zwar in der Regel auf dem Wege der Schaffung neuer Elementarakte und damit gewisser mehr oder weniger gut erkennbarer Zwischenstoffe und Zwischenzustände. Es steht heute fest, daß die Enzyme bei Vorhandensein der geeigneten Substrate und äußeren Bedingungen zwangsläufig auf Grund der intramolekularen elektrischen Kräfte Umsetzungen eingehen müssen. Die Fermente kommen in Konzentrationen von etwa 10~® bis 10"® Mol je Gramm Trockensubstanz in der Zelle vor. Die Kenntnis von der Wirkung der Enzyme reicht bis in die graue Vorzeit zurück. So ist die Entstehung berauschender Getränke infolge einer eigentümlichen Zersetzung zuckerhaltiger Lösungen, die man „fermentatio" (Plinius) nannte, wohl bei allen Völkern unserer Erde bekannt gewesen. Ebenso dürfte die Kenntnis von der Eigenart des Sauerteiges bei den ackerbautreibenden Völkern uralt sein. Allein so lange die deduktive Denkweise vorherrschte und das Anstellen von Experimenten nicht als notwendig erachtet wurde, bestehen höchst unklare Vorstellungen über derartige Vorgänge. In den Schriften der Alchimisten und latrochemiker 1 Bersin, Lelirbueli der Enzymologie. 4. Auflage

Termékadatok

Cím: Kurzes Lehrbuch der Enzymologie [antikvár]
Szerző: Th. Bersin
Kiadó: Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.-G.
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
Méret: 160 mm x 240 mm
Th. Bersin művei
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