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EINE VERSCHWÖRUNG IN TOULOUSEGlückliche Tage in LunévilleRenée Borni hebt den Kopf auf von ihrer Strickarbeit und sieht zur hohen Standuhr. 12 Uhr schoní Wo nur die Mutter so lange bleibt? Sie wollte doch gleich wieder zurück sein! Ihr Blick wandert durchs Fenster hinaus in den Garten. Ein wunderschöner Vorfrühlingstag heute. Knospen und zartes Grün allenthalben, und über allém klarblauer Hímmel und lachender Sonnensehein. Aber Renée bringt er keine Freude, maeht ihr das kleine Herz noch schwerer.Renée seufzt. Das ist alsó nun wieder ihre Welt, das kleine Háusehen am Stadtrand von Lunéville und Mama. Ein gutes Jahr ist es her, dafi sie von hier auszog an der Seite des Man-nes, von dem sie hoffte, dafi er ihre Sehnsucht nach der grófién Welt, nach Liebe und Glück stillen sollte. Nur ein Jahr hat ihre Ehe mit dem alternden Manne gedauert, dann starb er. Nun ist Renée Witwe, Witwe mit 21 Jahrení Die Ehe hat sie nur gestreift und ihr Herz nicht wachgerüttelt. Das alles liegt hinter ihr unwirklich, traumhaft. Geblieben ist die Sehnsucht, die Sehnsucht nach Liebe und Glück. Aber wo soll es das auch geben in dieser verlassenen Stadt? Seit vorigem Jahr ist Krieg mit Deutschland. Jetzt ist es Márz 1940. Aber vom Kriege spürt man in Lunéville nichts. Hőchstens, dafi viele junge Leute fehlen. Sonst geht alles seinen gewohnten, eintönigen Gang, tagéin, tagaus.Renée schrickt auf. Waren da nicht Schritte auf dem Flur? Ob Mama ? Sie springt auf und eilt zur Tür. Da steht die Mutter sdion vor ihr, noch atemlos vom schnellen Lauf.