Bővebb ismertető
KASSÁK, DER ZEITGENOSSE!
„es Steht fest daß der dichter sich entweder etwas baut woran er
seine freude hat oder er mag getrost die weggeworfenen Zigaretten
aufpicken oder oder
vögei verschlangen die stimme
allein die bäume singen weiter
das ist schon ein zeichen vom alter
doch ist es ganz belanglos
ich bin LUDWIG KASSÁK
und über unseren köpfen fliegt der nickelsamowar fort."'
An Lajos Kassák denken wir im Berliner Collegium Hungaricum häufig.
Sein Lebensweg und seine Persönlichkeit galten einer kulturellen Mission, derer er sich aus freien Stücken angenommen hatte - man könnte geradezu sagen, er repräsentierte ein europäisches Interesse.
Lajos Kassák ist eine einzigartige Persönlichkeit der ungarischen bildenden Kunst im zwanzigsten Jahrhundert.
Mit seiner souveränen, katalysierenden Tätigkeit beim Ausbau eines Networks schuf er den Typus des aktiven Künstlers und war damit ein Vorbild für mehrere Epochen und Künstlergenerationen.
Béla Hamvas und Katalin Kemény formulierten in ihrem Aufsatz „Revolution in der Kunst" im Zusammenhang mit der Gründung der Zeitschrift Ma folgende Charakterzeichnung von Kassák: „Die Ma wurde von Lajos Kassák mit einer Zielsetzung gegründet, fiir die es bei uns bis dahin kein Beispiel gegeben hatte: Er wollte endlich auch hier alle Künste und die Form der künstlerischen Existenz in einem einzigen europäischen, zeitgemäßen und revolutionären Bewusstsein vereinen, doch jetzt auch ein für alle Mal legitimieren."^
Als Leiterin der Moholy-Nagy Galerie im Collegium Hungaricum Berlin ist es mir eine außerordentlich große Freude, dass die hier realisierte Ausstellung die Würdigung der Arbeit Lajos Kassáks mit einer intermedialen Annäherung und zeitgenössischen Interpretation ausdrückt, die diesem Vertreter der ungarischen Avantgarde gerecht werden. Umgesetzt wird diese Idee durch Memetics Berlin, eine kreativ-künstlerische Initiative zur Ausarbeitung neuer Formen im Bereich der Interaktion von Mensch und Maschine.
Die namhafte Berlinische Galerie - Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur konnte als Partnerinstitution gewonnen werden, so sind die Kunstwerke Kassáks ebenfalls in würdiger Umgebung zu sehen.
Die Präsentation Kassáks in Gesellschaft der Werke von Sándor Bortnyik, László Moholy-Nagy, János Mattis Teutsch, Lajos Tihanyi, László Péri und seiner nicht-ungarischen Zeitgenossen wie Max Ernst, Hans Arp, Sonia Delaunay, Natalia Goncharova, El Lissitzky, Francis Picabia, Iwan Puni und Kandinsky ist der engagierten Arbeit und dem Fachwissen der beiden Kuratorinnen - Edit Sasvári und Franciska Zólyom - zu verdanken. Die ungarische EU-Ratspräsidentschaft könnte wohl kaum mit einer adäquateren Persönlichkeit gefeiert werden als mit Lajos Kassák. Als Zeitgenosse wäre er heute sicherlich ein begeistert agierender Aktivist und Blogger im Web 2.0, mit einem riesigen Fanclub und unzähligen Anhängern.
Manifest: KassÁk! Eine intermediale Annäherung Collegium Hungaricum Berlin Foto: Robert Maly
Lajos Kassák
Botschafter der Avanlgarde 1915-1927 Berlinische Galerie Foto: Kai-Annett Becker
Berlin, den 12. Mai 2011
Dr. Veronika Baksa-Soós
Leiterin der Moholy-Nagy Galerie im Collegium Hungaricum Berlin (.CHB)