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Geleitwort
In den einleitenden Worten zur 2. Auflage dieses Buches wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Pflege des menschlichen Lebensraurnes zu den großen Aufgaben einer fortschrittlichen Politik gehören müsse. Heute werden Fragen des Umweltschutzes in aller Welt diskutiert. Den ständig wachsenden Problemen der Verunreinigung des Wassers und der Luft, der Lärmbelästigung und den bei der allgemeinen Anwendung von Bioziden auftretenden Fragen des Gesundheitsschutzes kann heute niemand mehr gleichgültig gegenüberstehen. In der Deutschen Demokratischen Republik zeigt das im Jahre 1970 erlassene Gesetz über die planmäßige Gestaltung der sozialistischen Landeskultur die gesellschaftliche Bedeutung einer umfassenden Umweltpflege auf und setzt den Rahmen für verantwortliches Handeln aller Kreise unserer Bevölkerung unB aller züstSdigen Zweige (kr Volkswirtschaft.
Das vorliegende Buch kennzeichnet diesem Gesetz folgend Landschaftspflege und Naturschutz als eine Teilaufgabe |der ^sozialistischen LaiideskulturJ Die Landschaft in ihrer Fülle verschiedenartiger Formen, mit ihren Gewässern und mannigfaltigen Böden, belebt von einer reichen Pflanzen- und Tierwelt, ist für uns alle als Lebens- und als Produktionsraum von entscheidender Bedeutung. Dennoch fehlt es gerade bei der Fürsorge um unsere heutige und zukünftige Landschaft oft an Verständnis für die vielseitigen Zusammenhänge und damit an realistischen Prognosen und weitsichtigen Planungen. Wie können aber aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Aufgaben, wie die Erschließung neuer Energiequellen, die Entwicklung einer industriemäßigen landwirtschaftlichen Produktion oder die Bereitstellung ausreichender Erholungsmöglichkeiten, ohne umfassende und planmäßige Landschaftspflege gelöst werden ? In einer nach modernen Gesichtspunkten gestalteten Kulturlandschaft muß es zu einer Abstimmung und Optimierung zwischen notwendigen technischen Maßnahmen und der Förderung aller Naturkräfte kommen.
Die Entfaltung aller natürlichen Wachstums- und Regulationsprozesse kann heute nicht mehr dem Wirken einer ,,gütigen Natur" überlassen bleiben, sondern erfordert wie jeder technische Fortschritt Planung auf umfassender wissenschaft-Hcher Grundlagenforschung und Prognose. Das meint auch der Naturschutz, wenn er von der Erhaltung und Mehrung aller natürlichen Ressourcen spricht. Wer wollte aber sagen, daß wir diesen Aufgaben die nötige Aufmerksamkeit schenken! Gegenüber den selbstverständhch äußerst notwendigen, durch technische Maßnahmen bedingten und vielfach auch nur durch die Technik zu lösenden Problemen des Umweltschutzes werden die Aufgaben eines umfassenden Schutzes des Lebens noch lange nicht in ihrer vollen Tragweite erkannt und propagiert. Zu ihrem Verständnis sind ausreichende Kenntnisse über die komplexen Beziehungen im Naturhaushalt erforderUch. wie sie von den innerhalb der letzten Jahre stark entwickelten Zweigen der Ökosystemforschung erarbeitet wurden.