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Vorwort
Die Lyrik der Rede — die Kunst, eine an sich unbedeutende Leistung des grauen Alltags im produktiven G-espräcli durch Humor, Intelligenz und Feingefühl zu beleben — diese poetische Redefertigkeit bildet heute wohl die wichtigste Gattung der Stilkunst, die noch immer aktiv und schöpferisch von allen Lappen betrieben wird. Denn der Lappe ist im Grunde ein geborener Stilist. Nur derjenige Mensch kann geistige Werte und Inhalte schaffen, der die Fähigkeit besitzt, in jeder Lage und Stunde etwas E i n-m a 1 i g e s zu erleben. Nun gehört dem Leben der Lappen tatsächlich dieser Zug der schöpferischen Einmaligkeit zu: im täglichen Kampf ums Leben müssen sie nämlich immer unterwegs sein, auf der Suche nach dem Lebensunterhalt — beim Weiden der Renntiere, beim Fischfang, bei der Jagd usw. Jedes Unternehmen bedeutet immer eine neue Leistung, die unter neuen Verhältnissen geplant und durchgeführt werden muss. So ist der Lappe ein Mensch, der sich immer erneuern, dessen Geist sich unter neuen Schwierigkeiten andauernd verjüngern muss.
Das Gespräch bedeutet unter diesen Umständen mehr als blosse Unterhaltung. Als Niederschlag des schöpferisch-konkreten Erlebens und der mehr geistigen Unterhaltungen wird die Rede unter den Lappen zum Organ einer wahren Kunstwirklichkeit. Wer es im jahrelangen Zusammenleben bei den Lappen miterlebt hat, wie sie es verstehen, die Lyrik des gesprochenen Wortes und Satzes zu geniessen, — dem ist eine Welt der lebendigen Symbole des schöpferischen Sprechens erschlossen worden. Er versteht, warum die lappischen Lautungen se fein nuanciert und so ausdrucksvoll sind.
Der Forscher darf und muss deshalb in diesem tieferen Sinn der Sprachwirklichkeit bei den Lappen Aufzeichnungen und Aufnahmen