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LÁSZLÓ ERDEY19101970Gutgelaunt und voller Pläne, über die er noch am Vormittag eine Bespre-chung hielt, wollte László Erdey, Professor der Allgemeinen und AnalytischenChemie an unserer Technischen Universität, Samstag, den 21. Februar 1970in die Oper gehen, als er bei der Bushaltestelle zusammenstürzte und starb.Mit ihm ging eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der ungarischenNachkriegswissenschaft ins vorzeitige Grab, ein schaffender Meister von Welt-rang der analytischen Chemie und überall wohlbekannt. Einige Tage zuvorfeierte er in Gesellschaft seiner zahlreichen Mitarbeiter fröhlich seinen sechzig-sten Geburtstag und den zwanzigsten Jahrestag seines Lehrstuhlantrittes.Niemand hätte gedacht, er habe nicht mehr als eine Woche zu leben, obzwarbekannt war, daß sein Herz angegriffen ist. Oder waren vielleicht der Opti-mismus, den er die letzte Woche zeigte, obgleich er immer eher zum Pessi-mismus neigte, die überrege Tatlust, ein warnendes Zeichen des drohendenEndes ?László Erdey wurde am 12. Februar 1910 in Szeged geboren. Sein Vaterwar ein kleiner Eisenbahnbeamter, mit mehreren Söhnen, die alle hochbegabtwaren. Der älteste Bruder starb als Direktor der kath. theologischen Akademiein Budapest, weltbekannt in seinem Fach. Der zweite war Professor der Aka-demie der Bildenden Künste Budapest, Bildhauer von Rang, dessen Werkemanche Plätze und Parkanlagen der Städte Ungarns zieren. Der jüngste,László, entschloß sich nach Abschluß der Mittelschulstudien in Szeged, diephilosophische Fakultät in Budapest zu besuchen, um Physik und Chemie zustudieren. Er startete unter guten Vorzeichen, da er bereits als Mittelschülerden üblichen Mittelschul-Landeswettbewerb in der Physik gewann. 1933 erhielter sein Diplom als Mittelschullehrer der Chemie und Physik.