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Vorwort
Nullum est iam dictum, quod non sit dictum prius. Es gibt kein Wort mehr, das nicht schon früher gesagt ist.
Kurz und gut: Es gibt nichts Neues unter dieser Sonne. Unter dieser Weisheit leiden gleichermaßen Dichter und Denker, Politiker und (andere) Plauderer, Lehrer und Lernende. Alles ist schon mal dagewesen. Und meist besser. Schon der Satiriker Flaccus (34-62 n. Chr.) schimpfte: Quis leget haec? — Wer soll das Zeug lesen?
Sein Zeitgenosse Plinius d. Ältere (23-79 n. Chr.) wußte die Antwort. Er spricht mir und allen aus der Seele, die davon leben, daß man unser Geschreibsel kauft, wenn er sagt: Nullus est Uber tarn malus, ut non aliqua parte prosit! - Kein Buch ist so schlecht, daß es nicht zu irgendeinem Teil nützen möge! Und sei es, als abschreckendes Beispiel
All das lehrt, daß die Frage: „Was will uns der Lateiner damit sagen?" noch immer ihre Gültigkeit hat. Viel mehr noch: Sie ist so aktuell wie nie zuvor. Denn nur eine „tote" und daher zeitlose Sprache ist in unserer schnelle-bigen Gegenwart überlebensfahig. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, daß sie mit Leben erfüllt wird. Und