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Das Buch
Macondo - ein kleines Dorf in den kolumbianischen Tropen, über das der Laubsturm hinging: Einsamkeit, Bananenboom, Naturkatastrophen und wieder Einsamkeit. Drei Menschen sitzen im Haus eines Selbstmörders: der Oberst, seine Tochter Isabel und der elfjährige Enkel - und lassen in wechselnden Monologen die vergangene Zeit an sich vorüberziehen. Ihre Gedanken schweifen ab, konzentrieren sich immer wieder um die Gestalt jenes fremden Arztes, bei dessen Leichnam sie Wache halten. Wie aus dem Nichts tauchte er in Macondo auf und überbrachte dem Oberst eine Botschaft. Anfangs übte er seinen Beruf noch aus, stellte aber später jede Hilfeleistung ein, zog sich immer mehr zurück und machte seinem Leben schließlich ein Ende. Arzt und doch nicht Arzt, das zieht ihm die Feindschaft der Dorfbewohner zu, die auch nach seinem Tod fortbesteht: man verweigert ihm das Begräbnis. Kraft seiner Autorität gelingt es dem Oberst, daß der Sitte Genüge getan wird, doch stellt er sich damit und seine Familie außerhalb der Gemeinschaft. -Einsamkeit, Verhängnis, Schuld und Tod bestimmen diese Menschen. Sie agieren wie Spielfiguren, dirigiert von einer alttestamentarisch anmutenden Macht.