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Béla Kálmán
LAUTNACHAHMUNG, LAUTMALEREI UND SPRACHVERWANDTSCHAFT
1. Mit den lautnachahmenden Wörtern der finnisch-ugrischen Grundsprache hat man sich schon mehrfach beschäftigt: vor Jahrzehnten B. Kálmán (NyK 64 [1962], 3A7-81) und in letzter Zeit Jen» Kiss (NyK 76 [1974], 3-22) und Marianna Bakró-Nagy (Uralisztikai tanulmányok red. von Bereczki-Domokos 1983, S. 39-47). Vom Gesichtspunkt mancher finnisch-ugrischen Sprachen und der allgemeinen Sprachwissenschaft aus hat auch Paavo Ravila eine - häufig zitierte - Studie verfasst (Vir. 1952: 262-74) und neuerdings Kaisa Häkkinen (Suomen kielen vanhimmasta sanastosta ja sen tutkimuksesta, Turku, 1983).
Es ist eine banale Feststellung in der Sprachgeschichte, dass der Wortschatz jeder Sprache aus drei grossen Schichten besteht: aus dem uralten Erbwortschatz, aus den Lehnwörtern und aus Wörtern, die im gesonderten Leben der betreffenden Sprache (von innen heraus) entstanden sind. Hierher gehören einerseits die Wortbildung, die Zusammensetzung, die Rückbildung, die Wortspaltung, andererseits die "Urschöpfung", die Lautnachahmung, die Lautmalerei sowie die Wörter zum Anlocken von Tieren oder zur Nachahmung des kindlichen Gelalles.
Die Bedeutung einer Lautgruppe (eines Wortes) - die oben erwähnte Gruppe nicht gerechnet - ist willkürlich; in manchen Sprachen hat die Lautgruppe eine Bedeutung, in anderen hat sie aber keine. Die Lautreihe hond hat im Ungarischen keine Bedeutung, obwohl alle vorkommenden Phoneme vorhanden sind, es gibt sogar auch ähnlich aufgebaute Wörter im Ungarischen, wie gond 'Sorge', mond '(er) sagt'; und recht viele von unseren velaren Wörtern beginnen mit h. Im