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VORWORT
Um François Villons Testament und seine Balladen mit Verständnis lesen zu können, ist es nötig, sich ein Bild seiner Zeit und des Dichters selbst zu madien. Wirklich Authentisches über sein Leben ist allerdings nur spärlich vorhanden. Zum größten Teil ist man auf Villon selbst angewiesen. Wenn auch subjektiv gefärbt, ist sein Testament eine Beichte.
Zweifellos war er ein Kind seiner Zeit und war es doch wieder nicht. Denn in einer Epoche religiöser und machtpolitischer Höchstform ist er, der Tiefreligiöse, ©in Anarchist, voll Veraditung den Mißbrauch der Macht, Frömmelei und Äußerlichkeiten kritisierend, ein Fanatiker der Wahrlheit, der sich voll Todesverachtung gegen Gewalt und Lüge aufleimt. Seine grimmigen Balladen sind in diesem Sinn keine Obszönitäten, sondern Angriffe gegen Justiz und Kirdiie, deren Vertreter in der Mehrzahl Nutznießer und Ausbeuter waren.
Wer in Villon nichts sehen will als einen aufsässigen Studenten, ist jedoch im Irrtuim. Seihst seine Argotballaden an die Coquiilkrts sind im Grunde Ermahnungen. Gewiß, er war ein Totschläger und er war ein Dieb. Aber er war kein Mörder. Von Reue geifoltert wurde er zum Dichter des Todes.
Es gibt französische Biographiien aus den Tagen, als die Literatur sich wieder mit diesem Diditer zu beschäfbigen begann. So die „Études biographiques sur Français Villon" von A. Longon, 1877. M. Schwöb, Paris. „Essay critique sur l'ouvre de François Villon" von Bywank, Leyden, 1882. „François Villon, sa vie et son ouvre" von Pierre CÎiampion, 1922, Paris.