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REZIRKSRICHTER SCHIMEK: EIN JUGENDFREUND
Kennengelernt habe ich Beda Foltyn — damals zeidi-nete er seine Schulhefte mit dem Namen Friedrich Foltyn —, als ich kaum sechzehn Jahre zählte. Ich kam von woanders her in die Sexta des Gymnasiums, die audi Foltyns Klasse war, und der Zufall, der so oft im Leben das Schidcsal der jungen Menschen bestimmt, ließ mich dieselbe zerkratzte und von Taschenmessern zerschnitzte Schulbank drücken.
Ich erinnere mich so genau an den Gymnasiasten Foltyn, als ob ich ihn erst gestern gesehen hätte. Er war ein hagerer, hochaufgeschossener Junge mit zarter Haut und dichtem, feingelocktem, goldbraunem Haar, auf das er sehr stolz war, hellblauen, kurzsiditigen, hervorstehenden Augen, einer langen Nase, einem fliehenden Kinn und großen, feuchten Händen, mit denen er nichts anzufangen wußte. Er verkörperte den schüchternen, zerfahrenen Jüngling im Pubertätsalter und erweckte ständig den Anschein, als ob er beleidigt und gelangweilt sei. Auf den ersten BHck gefiel er mir nidit sonderlich gut. Ich merkte sofort, daß er nicht einen einzigen Kameraden in der Klasse hatte, und tatsäch-lidi ging er jeder Gemeinschaft mit Jungen aus dem Wege.
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