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Vorwort zur 26. Auflage
Als Hermann Ost 1890 sein „Lehrbuch der chemischen Technologie" der Fachwelt vorlegte, genügte ein bescheidener Umfang, um alles Wissenswerte des Gebietes darzustellen. In den weiteren Jahrzehnten, in denen Auflage um Auflage erschien, wuchs die Seitenzahl entsprechend der gewaltigen wissenschaftlichen und technischen Entwicklung. Schon längst ist aus dem Lehrbuch ein Kurzhandbuch geworden, das dem Studierenden den notwendigen Gesamtüberblick gibt und den Wissenschaftler und Praktiker durch Wort und Bild über alle wichtigen Einzelheiten unterrichtet. Bei der weitgehenden Spezialisierung ist vor allem die Kenntnis der Grenzgebiete von Bedeutung, um Anregungen für die weitere Entwicklung zu erhalten. Trotzdem wurde der für die heutige Form des Werkes nicht mehr zutreffende Titel: Ost-Rassow, „Lehrbuch der chemischen Technologie" beibehalten, weil es unter dieser Bezeichnung in die Geschichte der technischen Chemie eingegangen und zu einem internationalen Begriff geworden ist.
Berthold Rassow, der hierzu wesentlich beigetragen hat, wurde am 28. 12. 1954 aus einem an Arbeit und Erfolgen reich gesegneten Leben abberufen. Es ist hier nicht der Ort, seine Verdienste zu würdigen. Es sei auf die zahlreichen Nachrufe in den chemischen Fachzeitschriften und der Tagespresse verwiesen.
Ein unvergängliches Denkmal hat er sich bereits zu Lebzeiten durch die Herausgabe dieses Lehrbuches gesetzt, das seit 1932 als „Ost-Rassow" erscheint.
Als Schüler und langjähriger Mitarbeiter des Verstorbenen habe ich meinen hochbegabten Lehrer bereits bei der Überarbeitung der 24. und 25. Auflage unterstützt. Ich habe deshalb gern zugestimmt, als im Herbst 1952 B. Rassow und der Verlag mir vorschlugen, als Mitherausgeber in die Redaktion einzutreten.
Die 26. Auflage ist in allen Abschnitten entweder vollkommen neu geschrieben oder gründlich umgearbeitet und auf den neuesten Stand gebracht worden. Für diese Neubearbeitung konnte ich als verantwortlicher Herausgeber namhafte Experten gewinnen. Die Mitarbeiterliste nennt die große Zahl dieser selbstlosen Helfer. Aus ihrer Reihe beklagen wir das Ableben des Kollegen Dr. phil. Felix Wilborn, Leipzig.
Die wesentlichen Verfahren der Grundindustrie und ihrer Aufbauzweige werden bevorzugt behandelt. Neben der Beschreibung der benutzten Herstellungsverfahren sind die chemischen und physikalisch-chemischen Grundlagen und Umsetzungen ausgiebig erläutert. Verfahrensarten und apparative Einrichtungen werden nebeneinander an gleicher Stelle behandelt. Zum leichteren Verständnis sind Abbildungen, Schnittzeichnungen und Fließbilder eingefügt. _Für zahlreiche Erzeugnisse und Industriezweige werden statistische Angaben und Übersichten gegeben, die Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse und Zusammenhänge gestatten.
Viele veraltete Abbildungen sind durch neue Bilder und Schemazeichnungen ersetzt, deren Verständnis in vielen Fällen durch ausführliche Legenden erleichtert wird.
Das Namen- und Sachregister, das allgemeine Literaturverzeichnis und Nachweise der neuesten Fachliteratur bei den einzelnen Abschnitten wurden gründlich überarbeitet und ergänzt. , t , ^ i i.
Nicht unerwähnt bleibe, daß auch zahlreiche Firmen, Behörden und Institute durch Auskünfte, Überlassung von Zeichnungen, Druckstöcken und die Erlaubnis zum Ab-