Bővebb ismertető
Vorwort.
In der letzten Zeit kräftiger Entwicklung der angewandten Entomologie ist der früher schwache Zweig der medizinischen Kerbtierkunde zu eindrucksvoller Größe und Fruchtbarkeit angewachsen. Aber während in einer ganzen Anzahl guter Forstzoologien die forstliche Kerbtierkunde eine angemessene und z. T. klassische Darstellung erhalten hat, und für sich allein bei N ü s s l'i n und vor allem in dem jetzt gerade erscheinenden Werk von Escherich ausführlich abgehandelt wird, während uns der Sorauer-Reh die wirtschaftlich wichtigen Kerfe gründlich kennen lehrt, fehlt bisher ein entsprechendes deutsches Werk über medizinische Insektenkunde. Für Schröders Handbuch ist ein solcher Abschnitt geplant, er lag in ersten Abzügen mir im Juli 1914 vor, konnte aber trotz seines aktuellen Interesses in den nächsten Jahren nicht erscheinen, da der Druck des Handbuches natürlich überhaupt still lag. Nachdem dann der Krieg besonders wirkungsvoll Bedeutung und Nutzen gerade dieses Abschnittes der Entomologie bewiesen hatte, sowie die dringende Notwendigkeit, solche Grundlagen moderner Seuchenabwehr der allgemeinen Volksbildung zuzuführen, entschloß ich mich 1919, das Gebiet lehrbuchmäßig zu bearbeiten. Der Fischersche Verlag, an den ich mich in dieser Angelegenheit wandte, kam mir in angenehmster Weise entgegen. So wurde es möglich, verzögert allerdings durch langsamen Eingang der ausländischen Schriften, das Buch herauszubringen. Der Name des Verlages bürgte ja von Anfang an für eine würdige und zweckmäßige Ausstattung des Werkes; und wenn in dieser Beziehung zunächst meine Wünsche auch weitergingen, als dem Verlag zweckmäßig erschien, so muß ich demselben heute doch völlig recht geben. Bei der wirtschaftlichen Lage unserer wissenschaftlichen Anstalten, Krankenhäuser und Schulen muß in Ausstattung und Stoff eine zweckmäßige Sparsamkeit erstrebt werden, denn das Hauptziel bei Werken wie dem vorliegenden muß doch bleiben, daß deutsche Geisteserzeugnisse auch deutschen Lesern zugänglich sind und deutschem Lande Nutzen bringen. Das ist heute ein schweres Ziel. Ich bin dem Verlag für seine Bemühung in dieser Richtung jetzt aufrichtig dankbar. So wolle auch der Leser den Verzicht auf farbige Tafeln und manche Beschränkung in Stoff und Abbildungen beurteilen.
Möge das Buch die Kenntnisse der medizinischen Entomologie in recht weite Kreise tragen und das Interesse dafür beleben.
Hamburg, im Februar 1923.
E. Martini.