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0. Stamm Verlebrata (Wirbeltiere) (Fortsetzung zu Band III, Teil 2)VIII. Klasse Mammalia Linne 1758 (Säugetiere)1. AllgemeinesDie von den Therapsida abstammenden Säugetiere sind warmblütige, meist behaarte und primär vierbeinige Wirbeltiere, die mit Lungen atmen und bei denen der Schädel wesentlich weniger Knochenelemente aufweist als bei den bisher besprochenen Wirbeltiergruppen. Die Embryonen entwickeln sich geschützt im Inneren der Mutter, wo sich bei den meisten Vertretern die Ernährung, Atmung und Beseitigung der Stoffwechselprodukte über ein besonderes Organ vollzieht, die Placenta. Nur bei den Beuteltieren (Marsupialia) fehlt meist eine enge Verbindung des Keimes mit dem mütterlichen Körper. Hier erfolgt die Ernährung über eine milchige Flüssigkeit (Uterinmilch), die von der Gebärmutter abgesondert und vom Embryo über die Eihaut (Serosa) aufgenommen wird. Die Kloakentiere legen dotterreiche Eier. Doch werden auch ihre Jungen wie bei den übrigen Säugetieren nach der Geburt mit Milch ernährt, die in besonderen Drüsen der Mutter entsteht. An diese gemeinsame Er-nährungsart der Jungtiere erinnert der Name Säugetiere (Mammalia). Die Wirbel der Säuger werden nicht wie bei den Amphibien und Reptilien durch Gelenke, sondern durch Knorpelscheiben verbunden. Ihre Berührungsflächen sind deshalb meist eben. Die Zahl der Halswirbel beträgt in der Regel 7. Dies gilt sowohl für den langen Hals der Giraffe, als auch für den kaum erkennbaren der Wale. Die Zahl der Phalangen ist - verglichen mit den meisten Reptilien - in der Regel verkürzt. Die Phalangenformel lautet dann 2.3.3.3.3. Kennzeichnend für Säugetiere ist ferner die oft sehr weitgehende Differenzierung des Gebisses in besondere Funktionsabschnitte und die Anpassung der Zähne an die spezielle Lebensweise. So findet man Zähne zum Festhalten, Ergreifen, Zerreißen und Zerkleinern der Nahrung. Gleichzeitig mit diesem Wandel und dem Übergang zum heterodonten, das heißt aus verschieden gestalteten Zähnen aufgebauten Gebiß, erfolgt eine allgemeine Reduktion der Zahnzahl, die bei den Reptilien meist sehr groß ist. Bei den Säugetieren beträgt sie maximal primär 68, meist aber 44 und weniger. Nur bei solchen Formen, die sich sekundär dem Leben im Wasser angepaßt haben, wie die Delphine, sind mehr Zähne vorhanden, die zudem - ähnlich wie bei den meisten niederen Landwirbeltieren und bei den Fischen im engeren Sinne - wieder eine gleichförmige (isodonte) Ausbildung zeigen. Zahnlosigkeit findet sich nur dort, wo eine Zerkleinerung der Nahrung überhaupt nicht mehr erforderlich ist, wie bei den Bartenwalen und Schnabeltieren.1 Müller, Paläozoologie, Bd. III, Teil 3