Bővebb ismertető
Vorwort zur 6., durchgesehenen und erweiterten AuflageDie Phytotherapie ist in Bewegung gekommen. Die 4. Auflage dieses Buches 1980 war bald vergriffen, so daß 1982 die 5. Auflage erforderlich wurde. Sie blieb im wesentlichen unverändert. Nun ist auch diese aufgebraucht. Die nunmehr notwendige 6. Auflage wurde von mir in allen Teilen eingehend durchgesehen und überall ergänzt, im Text sowohl wie in den Literaturangaben. Zwei neue Kapitel wurden eingefügt, weil sie sich wegen ihrer Aktualität als notwendig erwiesen: ein Kapitel über den derzeitipn Stand des Beweises für Wirkung und Wirksamkeit der Phytotherapeutika, und ein weiteres über die phytotherapeutischen Möglichkeiten bei Krebsleiden. So vmrde auch auf diesen, noch immer viel umstrittenen Gebieten der derzeitige Stand herausgearbeitet, so daß er gleichzeitig als Grundlage für weitere Erörterungen und Auseinandersetzungen dienen kann. Diese Situation ist ein gutes Zeichen für das zunehmende Interesse, das die Phytotherapie sowohl bei den Ärzten, zumal denjenigen in der Praxis, und weiten Kreisen des Publikums und der kranken Menschen gefunden hat und immer noch mehr findet. Gerade das aber erfordert auch eine kritische Haltung in der Auswertung aller neuen Informationen, wie sie in diesem Buch von Anfang an als wesentlich und notwendig erstrebt wurde und wird. Sicherlich ist noch nicht alles, was in dieser Neuauflage an Ergänzungen gebracht wird, als bewiesen zu betrachten. Aber viele neue Anregungen sind dabei, von denen man wenigstens wissen muß und die nachgeprüft werden sollten.Viel Neues lieferte uns die Phyto-Chemie, die in den letzten Jahren weltweit stark ausgebaut wurde. Dadurch erhielten wir neue Kenntnisse über die Inhaltsstoffe und die pharmakologischen Wirkungen, gerade auch über einer Reihe unserer bekanntesten und vielgebrauchten heimischen Heilmittel wie Kamille, Weißdorn, Baldrian, Knoblauch und anderen. Dabei stellte sich eine überraschende Diskrepanz heraus. Diese neuen phytochemischen und phytopharma-kologischen Arbeiten gaben uns vielfach eine Erklärung für dasjenige, was wir schonbisher aus der praktischen Erfahrung, also der kritisch und wissenschaftlich arbeitenden Empirie heraus wußten. Wir stehen damit heute auf einem gesicherten Boden. Das betrifft ganz besonders die Mite-Phytothe-rapeutika, die bisher von der Klinik stark vernachlässigt wurden. Andererseits mußte man feststellen, daß uns diese neuen phytochemischen und phyto-pharmakologischen Untersuchungen kaum etwas Neues über die praktische Anwendung dieser Phytotherapeutika gebracht haben. Es wurden auch keine neuen größeren Indikationsgebiete gewonnen. Diese Feststellung soll aber keine Abwertung sein, sondern im Gegenteil eine Bestätigung unseres bisherigen phytotherapeutischen Handelns. Die von der Phytotherapie in ihrer wissenschaftlichen Form schon immer erstrebte Synthese zwischen Forschung und Praxis ist nunmehr weitgehend vollzogen. Gerade das wurde in dieser Neuauflage berücksichtigt und herauszuarbeiten versucht.Man erinnere sich, daß die Heilpflanzen bei den großen Ärzten zur Blütezeit der griechischen und altrömischen Kultur eine ganz große Rolle spielten. Galen, der arabische, in Rom wirkende Arzt hat das damalige Wissen über die Heilpflanzen in einem mehrbändigen Werk zusammengefaßt, das bis in das Mittelalter hinein maßgeblich war und zu einem guten Teil auch heute noch in dem Ausdruck der Galenischen Pharmazie fortwirkt. Ebenso besaßen die Ärzte des Mittelalters in Deutschland eine große Kenntnis der Heilpflanzenkunde, die in den herrlichen, wahrhaft künstlerisch gestalteten Kräuterbüchern ihren Ausdruck fand. Erst mit dem Aufkommen des technischen Zeitalters und dem damit verbundenen Ausbau der chemischen-synthetischen Heilmittel änderte sich die Situation. Bis auf wenige Ausnahmen einiger Forte-Phytotherapeu-tika wie der Digitalis und der Belladonna kam die wissenschaftliche Kenntnis und Bearbeitung der Heilpflanze weitgehend in Vergessenheit und wurde als mehr oder weniger überholt betrachtet. Das hat sich erst in letzter Zeit geändert, als man, oft recht zögernd, die Grenzen des technischen Fort-