Bővebb ismertető
Vorwort
Während die Pflanze aus einfachem, anorganischen Material, wie Wasser, Kohlensäure und Stickstoffverbindungen, ihre Körpersubstanz mit Hilfe der Sonnenenergie aufbaut, ist das Tier auf schon fertig gebildete Substanz, wie sie ursprünglich durch die Tätigkeit der Pflanze produziert wird, zur Durchführung seiner Lebenstätigkeit und für Neuproduktion angewiesen. Die Tiere nehmen diese in Form der ihnen gebotenen Futterstoffe auf. Allerdings können sie die einzelnen Nährstoffe, die in den Futtermitteln vorhanden sind, nicht unverändert verwenden; sondern es müssen diese Stoffe erst in die einzelnen Bausteine zerlegt werden, und aus diesen wird dann der eigene Organismus aufgebaut bzw. die bei ihrer Verarbeitung auftretende Energie kann zur Durchführung sonstiger Leistungen herangezogen werden.
Aufgabe der Tierernährung ist es somit vor allem, den vielfältigen Umsetzungen, die bei der Aufnahme der Nahrungsstoffe, bei ihrer Verarbeitung und Verwertung im tierischen Organismus vor sich gehen, in ihren Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhängen nachzugehen und diese darzulegen, um auf diesen Erkenntnissen eine rationelle Fütterung unserer landwirtschaftlichen Nutztiere aufzubauen. Dabei sind in immer steigendem Maße die Erkenntnisse der physiologischen Chemie heranzuziehen, da in den letzten Jahrzehnten unsere Kenntnisse über die Zusammensetzung und die Wirkung der verschiedenen Stoffe eine weitgehende Entwicklung durchgemacht haben. Von der eigentlichen Tierernährung, die von den physiologischen Vorgängen ausgeht, wie sie unter den verschiedenen Ernährungsbedingungen im Tierkörper vor sich gehen, ist das Gebiet der Futtermittelkunde, das in dem IL Teil behandelt wird, praktisch nicht zu trennen. Neben der Darstellung der Vorgänge bei der Werbung und Konservierung wie bei der Zubereitung der Futterstoffe wird es sich hier vor allem darum handeln, die verschiedenen Futtermittel nach ihren Eigenschaften zu kennzeichnen und zu bewerten, wobei diese Kennzeichnung und Bewertung von den physiologisch-chemischen Erkenntnissen bei der Produktion von tierischen Produkten auszugehen haben wird. In Abweichung von der sonstigen Darstellungsweise, bei der im allgemeinen die Angaben über die Zusammensetzung und Verdaulichkeit der Futterstoffe in einem besonderen Tabellenanhang gegeben werden, sind hier diese Angaben direkt bei der Besprechung der einzelnen Futtermittel im Text gebracht worden. Es scheint dies dem Zweck eines Lehrbuchs mehr zu entsprechen.
Das Buch baut sich in erster Linie auf den Erfahrungen auf, die der Verfasser bei seiner Vorlesungstätigkeit gewonnen hat; es soll den Studierenden der Landwirtschaft als Leitfaden bei ihrem Studium dienen, daneben aber auch dem interessierten Landwirt die der praktischen Fütterung zugrunde liegenden Vorgänge und Probleme näherzubringen versuchen. Es kann naturgemäß nicht den gesamten Stoff enthalten, der in den Vorlesungen über dies Gebiet zu bringen ist; sondern es mußte eine Beschränkung auf das zum Verständnis notwendige Maß erfolgen. Aus diesem Grunde ist auch von einer Wiedergabe der Literatur im einzelnen Abstand genommen worden; in einemAnhang sind die verschiedenen Lehr- und Handbücher zusammengestellt worden.
Zum Schluß sei noch der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß dieses Werk, in dem versucht wurde, das historisch Gewordene mit den neuen Erkenntnissen der Physiologie zu verknüpfen, eine freundliche Aufnahme finden und dazu dienen möge, das Verständnis für dieses wichtige Gebiet einem weiteren Kreis näherzubringen.
Rostock, im Aprü 1949 K.Nehring