Bővebb ismertető
IV. Die Lehre von den Eingeweiden. Splanchnologia.
Einleitung.
Eingeweide, Viscera, nannten die alten Anatomen alle innerhalb der Körperhöhlen gelegenen, durch Bau und Funktion von der Nachbarschaft unterschiedenen Organe. Sie zählten deshalb das Zentralnervensystem und die Sinnesorgane zu den Eingeweiden. Auch das Herz, welches in topographischer Beziehung noch heute zu den Brusteingeweiden gehört, wurde bei den Eingeweiden abgehandelt.
Die systematische Anatomie bezeichnet heute als Eingeweide die Organe der drei folgenden Apparate:
1. Apparatus digestorius, Verdauungsapparat i
2. Apparatus respiratorius, Atmungsapparat f gastropulmonales System,
3. Apparatus urogenitalis, Harn- und Geschlechtsapparat.
Dazu kommen Milz, Schilddrüse, Thymus und Nebennieren, welche bei den Verdauungs-, Respirations-, Urogenital-Organen besprochen werden, und die zu den Eingeweiden gehörigen Muskeln, Musculi viscerum, welche bei der Muskellehre nicht abgehandelt zu werden pflegen, sowie die serösen Säcke der Leibeshöhle, denen ein besonderes Kapitel gewidmet ist.
Bevor man in Einzelheiten eintritt, ist es geboten, sich über das morphologische Verhältnis klar zu werden, in welchem die Eingeweide zu den bisher betrachteten Systemen, den Knochen, Bändern, Fascien und Muskeln stehen. Zu diesem Zwecke ist es erforderlich, sich über den Bauplan des Körpers zu orientieren, wofür beiliegendes, aus Früherem bereits bekanntes Schema zu dienen hat. Fig. 1.
Bisher sind betrachtet worden das Skeletsystem (7, 8, 9, 10), das Muskelsystem (4) und das Gefäßsystem.
Man bemerkt, daß, abgesehen vOn der Haut (1) und dem parietalen Blatt der Leibeshöhle (6), sowohl auf der dorsalen als auf der ventralen Seite des Körpers noch Systeme vorhanden sind; auf der dorsalen Seite das zentrale Nervensystem (2) und auf der ventralen Seite der ventrale Leibeskern (3 und 5), welcher durch eine Höhle, die ventrale Leibeshöhle (zwischen 5 und 6) mit Aus-
Ratjbeb-Kopsch, Anatomie. 12. Aufl. IV. Abt. 1
Fig. 1.
Lage des Darmtraktus (3) Im Bauplan.