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VORWORT
Hiermit folgt, durch mancherlei Schwierigkeiten verzögert, der II. Teil des Lehrgangs der chinesischen Schriftsprache, als Ergänzung zu dem vor zwei Jahren erschienenen Textbande.
Das Bedürfnis nach einem Lehrgang der chinesischen Schriftsprache wird kaum bestritten werden. Daß es an einem solchen bisher fehlte (über die Bücher von Bullock und Brandt wird im folgenden noch zu sprechen sein), liegt an der Eigenart der Sprache und an der geteilten Auffassung über die Einführungsmethode. Hätten wir es mit einer Sprache zu tun wie jede andere, mit Lautschrift und Grammatik, so besäßen wir längst ein oder mehrere Einführungsbücher und Chrestomathien. Aber bei der chinesischen isolierenden Sprache mit ihrer Begriffsschrift liegt der Fall eben besonders.
Auf folgenden Wegen hat man bisher dem Verständnis der chinesischen Schriftsprache beizukommen gesucht: Der nicht Beratene, welcher im Chinesischen eine Sprache erblickt wie eine andere auch, glaubt am bequemsten und sichersten über die lebende Form in die Literatur eindringen zu können, überläßt daher das Studium getrost seinem Aufenthalt im Lande, wenn ihm ein solcher in Aussicht steht. Dort tritt dann der chinesische Lehrer in Tätigkeit, der durch das Mittel der Umgangssprache oder auch des Englischen, an der Hand irgend eines Buches, eines Klassikers oder wohl auch eines leichten in Volkssprache geschriebenen Romans, mit mehr oder weniger Eifer, aber ohne jede Methode den Schüler zum Verständnis des Textes zu bringen sucht. Wohl niemand ist bisher auf diesem Wege zur. wirklich selbständigen Lektüre vorgedrungen. Sollte es tatsächlich jemandem glücken, in jahrelangen beharrlichen Mühen Erfolge zu zeitigen, so sei er versichert, daß er in der Heimat unter sachgemäßer Anleitung die gleichen Erfolge in kürzerer Zeit hätte erreichen können. Auch in der Heimat versucht die ,praktische Schule' den Weg ,über Umgangs-