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ERSTER TEIL
ERSTES KAPITEL
Langsam und vorsichtig öffiiete Michel die Tür zum Präpariersaal. Zum erstenmal nach seiner Militärzeit stand er heute wieder davor.
Aber offenbar hatte man ihn schon entdeckt. Kaum trat er über die Schwelle, da flog ihm ein Knochenstück entgegen, an dem noch Fetzen menschlichen Fleisches hingen.
„Das Würstchen! 'raus mit dem Würstchen! Nieder! Michel, 'raus! Auf die Straße mit Doutreval! Weg mit dem Grünschnabel, dem Karbolsäugling! Würstchen! Würstchen!"
Und die „Würstchen" flogen; dreißig Studenten in weißen Kitteln bewarfen ihn brüllend mit Leichenfetzen. Ein langer Schlaks mit kahler, hoher Stirn und ein kleiner Runder mit geschniegeltem Gesicht hinter einer übergroßen Schildpattbrille führten das Gefecht an. Michel duckte sich hinter einen Tisch, raffte die Fetzen auf, die ihm entgegenflogen, warf sie zurück und stürzte sich auf die Angreifer mit den Worten:
„Ihr Bande, wenn ihr euch heranwagt!"
Dann war er zwischen ihnen und der Kampf vorbei. Lachend standen sie um ihn herum, hieben ihm freundschaftlich auf die Schulter, während er sich an einem kleinen Waschbecken Gesicht und Hände seifte.
„Das ist wenig nett von euch, so mit mir umzugehen", protestierte er. „Einem alten Knochen wie mir so einen Empfang zu bereiten! Ich bin schließlich kein Karbolsäugling im ersten Semester! Na, und sonst geht's gut? Und du bist immer noch so gerupft, Seteuil?"
„Wie gehabt", sagte Seteuil, der Lange mit der kahlen Stirn. „Sag mal, Michel, du kommst heute abend doch mit, nach dem Bankett?"
„Natürlich. Wann geht's los?"
„Um zehn", sagte Tillery, der Kleine mit der Brille. „Dann ist das Bankett vorbei."
„Macht Santhanas auch mit?"
„Der wartet sicher auf uns!"
„Na, da wird es was zum Lachen geben", grinste Seteuil.
Er entwarf seinen Plan für die kommende Nacht. Tillerys rundes und glattes Kindergesicht war ganz Spannung und ernsthafte Aufmerksam-