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Hüttenziele für GenießerNicht allein die Bewältigung von Gipfeltouren. Höhenwegen oder Klettersteigen ist imstande, dem Bergfreund höchste Genugtuung, Freude an der Bergnatur und großartige oder stimmungsvolle Landschaftsbilder zu schenken. Es können durchaus auch ganz gewöhnliche Hüttenanstiege sein - wie mancher es vielleicht ausdrücken könnte! Nun, ganz so gewöhnlich mögen sie nur manchem alpinen Heißsporn aus der Ferne erscheinen, in Wirklichkeit jedoch sind sie weit mehr! Sie können nämlich bei geeigneter Auswahl all das Begeisternde vereinen, das man sich von Gipfeltouren oder Höhenwegen eraiartet. Nur sind eben unsere Wege zu den Hüttenzielen im allgemeinen, aber durchaus nicht immer, nicht so lang, nicht so weit, nicht so anstrengend. Was aber nicht heißt, man könne sie ohne eigene Mühe bewältigen! Denn unter zwei Aufstiegsstunden kommt man bei dieser Auswahl nicht weg. Auf der anderen Seite überschreiten die Hüttenanstiege, mit einer Ausnahme, auch nicht vier Stunden. Und das kann jeder gesunde Mensch schaffen! Alle beschriebenen Touren füllen mindestens einen halben bis einen ganzen Tag mit Bergfreude. Doch es muß betont werden, daß damit Untergrenzen genannt sind. Denn in so prachtvollen Alpenlandschaften wird verständlicheneise jeder gern noch etwas Zeit anhängen. Um vielleicht einen Gipfel zu besteigen, den Abend bei der Hütte zu genießen oder die Landschaft bei kleineren Unternehmungen noch besser kennenzulernen! Das setzt natürlich eine Hüttennächtigung voraus, die für manchen auch ein neues Erlebnis sein kann. Andererseits dürfen die genannten Untergrenzen keinesfalls zu ernst genommen werden! Denn bei diesen Touren gibt es sie eigentlich nicht, da man ja an beliebiger Stelle umkehren kann. Eine derartig verkürzte Unternehmung wird auch dann noch ein schö-nes Erlebnis bieten, wenn man die Hütte nicht ganz erreicht hat. Bei allen diesen Hüttenwegen ist der Weg das Ziel. Genauer, alles das, was man sich von der Vielfalt und den Reizen der Bergnatur erwartet. Das schließt sehr viel ein! Und wer nur einige dieser Touren unternommen oder wenigstens Bilder betrachtet und Texte gelesen hat, wird über gewöhnliche Hüttenwege anders denken als vielleicht vorher. Was da alles zu sehen und zu erleben ist, natürlich in erster Linie an prächtigen Bildern der Berglandschaft, kann sich mit vielen Gipfeltouren beinahe oder sogar wirklich messen. Das läßt allein die riesige Spannweite in den Höhenlagen der Hüttenziele erwarten: Unsere Hütten stehen zwischen 1600 und 3200 Meter hoch und 42 der 58 Hütten sind höher als 2000 Meter. Aber es kommt hier noch ein Gesichtspunkt dazu, der häufig völlig übersehen wird: Die Hüttenwege besitzen, weil sie eben tiefer als die Gipfel bleiben, bild- und stimmungsmäßige Vorzüge. Diese Tatsache weiß jeder Fotograf besonders zu schätzen, und noch viel mehr der Schönheitssucher inmitten der Bergnatur. Es trifft sicher zu, daß die höchsten Gipfelzonen die gewaltigeren Bilder zu bieten haben, welche den ganzen Ernst des Hochgebirges, seinen arktischen Eindruck, seine lebensfeindliche Einöde besser zum Ausdruck bringen. Die insgesamt schöneren Motive schenken jedoch die mittleren Lagen der Hochgebirge, die von unseren Hüttenwegen durchquert werden! In diesen Zonen beleben noch Bäume die Berglandschaft, bringen Blumen freudige Tupfen dazu und verleihen Tiere wilde wie Haustiere - weitere Abwechslung. Kurz, es ist noch alle jene Würze vorhanden, die uns die Berge- neben aller ihrer Gewalt-auch sympathisch macht. Und außerdem schafft erst diese erfreuliche Würze jene unübertrefflichen Kontraste, die den schönstenPlätzen unserer Alpen ihren unverwechselbaren Charakter verleihen. Die Zone der Hüttenziele ist also in mancher Hinsicht lohnender, aber sicher liebenswerter, als die Gipfelumgebung in den Hochgebirgen! Obwohl Hütten die Höchstpunkte der beschriebenen Touren darstellen, verblaßt ihre Bedeutung im Sinne des gesamten Erlebnisses neben dem Weg selbst. Damit soll nur gesagt sein, daß es sich hier um eine Zusammenfassung besonders reizvoller Wege zu diesen Hütten handelt. Auch vom sogenannten Hüttenzauber soll hier nicht die Rede sein.Mit Sicherheit schenken die Hüttenziele jedem Menschen ein reiches Maß an Bergfreude mit relativ geringer Anstrengung! Natürlich ist, wie überall in der Natur, geeignetes Wetter die Grundlage dazu. So bleibt mir eigentlich nur der Wunsch um gutes Wetter und strahlende Sonne für jeden, der diese Touren angeht. Alles andere, das Staunen über Großartigkeit und Gegensätzlichkeit der Bergnatur, und schließlich die unbeschreibliche Freude und Genugtuung, ergeben sich dann von selbst.Die 58 beschriebenen Hüttentouren sind in den letzten Jahren vom Autor und seinen Mitarbeitern selbst unternommen worden. Was Sie hier lesen, können Sie getrost nacherleben. Denn es ist nicht abgeschriebene graue Theorie, sondern das Ergebnis eigener Erfahrungen! An dieser Stelle möchte ich nicht versäumen allen zu danken, die mir bei der Zusammenstellung dieser Touren mit viel Geduld, Wissen und Bildern geholfen haben: meiner Frau Inge und meinem Sohn Walter, Lisa Gensetter-Schellenberg, Josef Lankes, Reinold Leitner, Maria Oberndörfer, Hans Steinbichler, Herta Vejvar, Paul Werner, Kurt Wustl und Franz Zengerle. Viel Freude in der Alpennatur wünscht Ihnen Ihr Ernst Höhne