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VORWORT
Jedes Jahr führt das Goethe-Institut eine Vielzahl von Fortbildungsseminaren für ausländische Deutschlehrer in der Bundesrepublik Deutschland durch. Ihre Bedeutung wächst in dem Maße, wie Sprachkenntnisse und landeskundliche Erfahrungen als bedeutsam erkannt werden für die internationale interkulturelle Verständigung, für die Lehrer im Schulunterricht den Grundstein legen. Die Fortbildung der Fremdsprachenlehrer ist dafür unabdingbar. In Westeuropa verspricht man sich durch eine Verbesserung des Sprachunterrichts größere Chancen auf dem gemeinsamen Markt, in Osteuropa erhofft man sich durch den Unterricht westeuropäi- J i
scher Sprachen darüber hinaus eine schnellere Demokratisierung der Gesellschaft. '. I,'
Die multinational zusammengesetzten Gruppen in den Fortbildungsse- 'i
minaren des Goethe-Instituts bieten die Chance zum Vergleich der un- »y,«
terschiedlichen Strukturen und Traditionen im Fremdsprachenunter- .!''.'^
rieht, sie führen Lehrer aus Ost und West zusammen, fördern landes- i
kundliches Wissen ebenso wie den Erfahrungsaustausch und lassen im günstigsten Fall Netzwerke beruflicher und persönlicher Beziehungen entstehen.
Das Fortbildungsangebot muß den Bedürfnissen und Erwartungen der Lehrer und Partner im Erziehungswesen in Ost und West ständig angepaßt werden. Quantitativ: Seit 1980 hat sich die Zahl der Stipendien und Seminare verdoppelt und sie wird weiter steigen, da der Bedarf und die Notwendigkeit der Lehrerfortbildung gerade in den Ländern, in denen die ehemalige DDR vorwiegend Stipendien anbot, besonders groß ist: in Osteuropa und in der UdSSR. Qualitativ: Es wird sich als nötig erweisen, das Fortbildungsangebot noch stärker zu differenzieren, damit es den unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen der Lehrer aus Ost und West gerecht wird. Im Hinblick auf die Reformbestrebungen im Fremdsprachenunterricht sowohl in Osteuropa als auch in den EG-Ländem sind spezifische Seminarprogramme für Fortbildner, für Lehrer in der Schul-
und in der Erwachsenenbildung, für Lehrbuchautoren und sonstige Mul- H
tiplikatoren im Erziehungswesen nötig.
Diesem steigenden quantitativen und qualitativen Fortbildungsbedarf '': ,¦
muß das Goethe-Institut mit seinem Seminarangebot im Bereich DaF im j'
Ausland wie im Inland entsprechen. Das ist unter den spezifischen Arbeitsbedingungen des Goethe-Instituts nicht ganz einfach: Die anzustrebende Professionalisierung in der Lehrerfortbildung wird durch die beim Goethe-Institut üblichen periodischen Versetzungen immer wieder unterbrochen. Andererseits garantiert unsere Struktur sowohl die Nähe zur Unterrichtspraxis im Fach Deutsch als Fremdsprache als auch den Bezug zur Pädagogischen Verbindungsarbeit der Kulturinstitute im Ausland.
Jedes Jahr stellen sich ca. 100 Kollegen des Goethe-Instituts aus dem In-oder Ausland zur Verfügung, um Fortbildungsseminare für ausländische