Bővebb ismertető
VorwortAls der Veriag mit der Bitté an rnich herantrat, für die Bücherreihe Religiöse Kunst" tátig zu sein, war es mir ohne weiteres klar, daB auch Leonardo da Vinci dahinein gehöre, Natürlich íst hier religiös im allgemein menschlichen Sinne zu nehmen. Man soll das innere Wesen jeder höheren Religion oder besser gesagt, die innere Triebkraft jedes religiősen Ge-fühles erfassen, eine Weltenseele, ein ewiges gőttliches Walten allüberall ahnen. Hingabe an ein über alíer Materialitát er-habenes Ideál, Opfermut für ein allén Gemeinsames, Glaube an ein höheres Ich, Erfüllen, Umfassen des Weltenalls mit einer eignen leidenschaftlichen Seele, Schwármerei, Begeisterung, kurz alle Leidenschaftlichkeiten, die uns über die nüchterne Wirk-lichkeit hinwegsetzen und uns innere Reiche aufbauen lassen, die soll man darunter verstehen. Und wer vermag dies besser als der seine Geistesreiche im Kunstwerk gestaltende Künstler? Wenn nun aber solch gewaltiger Meister von einem übermách-tigen Ichgefühl erfüllt ist mit herrlichster Hingabe an das Ganzé, wenn er wie Leonardo und wie gleich ihm kaum je ein Meister vor der Natúr und vor jedem höheren geistigen Verlangen, vor der Religion und Wissenschaft, vor der Kunst und ihren Pro-blemen in höchster Andacht gestanden, kurz wenn er das, was man am besten innere Religiositát heifit, in vollkommensten MaBe in sich trug, dann ist er wahrlich wert, Führer zu einem neuen Idealismus zu werden. Aber noch mehr, dieser Meister besaB nicht nur die Überfülle gewaltiger Sentimente, die leicht schwache Geister verwirren, sóndern auch die geistige Selbst-zucht zur Bándigung der Leidenschaften, die überzeugende Wahrhaftigkeit, die schöpferische Phantasie und mánnliche Kraft, de in edelste, eindringlichste Form von klassischer Schönheit zu gieBen. Káme doch einmal solche willensstarke, solch ge-staltungsfreudige Zeit, wie diese Hochrenaissance war, der dieser Leonardo sein eigenstes Gepráge gegeben hat, fánde sich doch noch einmal die Menschheit zurück zu solchen Oeistern, die in höchster Forderung an ihr eignes Ich und nicht in Vergewal-tigung der anderen ihre Lebensaufgabe sehen, die überherrlicb reich sind, wei! sie innere Schátze zu verwahren habén, weil sie dieselben andiuemd offenbaren, indem sie gestalten, weil sie die Welten beherrschen, indem sie die Menschheit bereichern mit ihren innersten Gütern, weil sie wahrhaftige Wohltáter, glückspendende, göttliche Menschen sind!