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Hans Bertram Im Eismeer verschollen
Es war im Jahre 1897, ganz am Anfang der Luftfahrt und in den ersten Jahren ihrer Geschichte, da faßten drei Menschen den Plan, mit einem Freiballon über den Nordpol zu fliegen.
Nun ist ein Ballon nicht lenkbar, sondern ein Spielball der Winde; er treibt 5 mit der Luftströmung, in der er schwebt. Wenn die drei Menschen ein bestimmtes Ziel anfliegen wollten, den Nordpol, mußten sie also versuchen, den Ballon irgendwie zu dirigieren. Und sie fanden eine Lösung: Am Ballon wurden Seile befestigt, so lang und schwer, daß die Enden im Wasser treiben mußten oder über das Eis; und 10 wenn nun durch diesen Schleppanker die Geschwindigkeit des Ballons langsamer wurde als der Wind, mußte man mit Segeln, die seitlich am Ballon befestigt waren, die Fahrtrichtung beeinflussen können. So wollte man mehr als 1 000 Kilometer nach Norden treiben und segeln, dann vielleicht wieder zurück, wenn der Wind es zuließ, oder weiter in irgendeine Richtung, 1 000 i5 Kilometer und mehr, um irgendwo wieder auf Festland zu stoßen, auf die Nordküste Amerikas oder Asiens — wo der Wind sie hintrieb. [ ]
Am Morgen des 11. Juli 1897 kletterte der Mann, der das Schleppseil erfunden hatte, mit zwei Kameraden in die Gondel seines Ballons, der noch verankert im Ballonhaus schwebte, auf der Däneninsel an der Nordwestküste 20 Spitzbergens.
Dieser Mann war S. A. Andrée, ein schwedischer Ingenieur. Andrée kannte den Norden. [ ]
Als zweiter steigt der siebenundzwanzigjährige Ingenieur Knut Fraenkel in die Gondel, voll Begeisterung für den kühnen Plan und fest überzeugt, daß, 25 er gelingen wird.
Der dritte ist Nils Strindberg, mit seinen vierundzwanzig Jahren der Jüngste an Bord — und vielleicht der Glücklichste.
Für den Flug hat er die Aufgabe übernommen, die Luftaufnahmen zu machen. — Unter ein Bild wollte er dann „Nordpol" schreiben können. 3o Es geht los.
Unheimliche Stille im Ballonhaus, das dem Ballon in den Tagen der Füllung und der Vorbereitungen Schutz gibt. In der Stille hört man den Wind durch die Fugen der Holzwände pfeifen, den lange ersehnten Südwind, der zum Nordpol zieht. — Alles ist bereit. Die letzten Seile, die den Ballon noch fes-35 sein, können gekappt1 werden. Da stehen mit ihren Kappmessern drei Matrosen neben den Seilen, rauhe bärtige Männer, um diese letzte Verbin-
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