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VORWORT ZUR NEUAUSGABE
Das .Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten' hat nach seinem ersten Erscheinen im Jahre 1973 innerhalb von zehn Jahren fünf Auflagen erlebt. Es ist außerdem 1977 in einer ungekürzten Taschenbuchausgabe (Kassette mit 4 Bänden) herausgekommen, die inzwischen ebenfalls in 5. Auflage erschienen ist. Damit hat das Werk eine ungewöhnlich breite Leserschaft erreicht. Zum internationalen Erfolg beigetragen hat nicht zuletzt auch die Tatsache, daß das Werk 1974 den 1. Chicago Folklore Prize gewonnen hat, für ein Werk deutscher Sprache sicher eine ehrenvolle Auszeichnung. Alle Neuauflagen waren bislang unveränderte Reprints der Erstauflage. Inzwischen hat sich allerdings das in Freiburg aufgebaute deutsche Sprichwörter- und Redensarten-Archiv vervielfacht und eine völlige Neubearbeitung und Erweiterung des Lexikons notwendig gemacht. Was sind ihre Arbeitsprinzipien und Methoden? Wo liegen die Schwerpunkte der Umgestaltung? Was darf man von ihr erwarten?
Zuvörderst verdankt die Neuauflage den über 200 Besprechungen, die das Lexikon in großen und kleinen Zeitungen, in Wochenblättern ebenso wie in volkskundlichen und philologischen Fachzeitschriften erfahren hat, wesentliche Anregungen. Namentlich erwähnt seien die Rezensionen von Leopold SchmidtWolfgang Mieder ^ Anton Meden^, Karlheinz Daniels'' und Horst Beintker'. Darüber hinaus hat das,Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten' einen vielfältigen Brief-
' L. Schmidt: Sprichwörtliche deutsche Redensarten. Lesefrüchte und Randbemerkungen zu Lutz Röhrichs .Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten', in: Österr. Zs. f. Vkde. 77 (1974), S. 81-130.
' in; Fabula 15 (1974), S. 136-144. ' in: Blätter für den Deutschlehrer 3 (1979). ' in: Muttersprache 93 (1983). ' in: Theol. Lit. Ztg. 104 (1979).
Wechsel ausgelöst. Zahlreiche Korrespondenten haben Wünsche angemeldet oder auf Lücken aufmerksam gemacht, die nun geschlossen werden konnten. Ausdrücklich hervorgehoben seien die Beiträge von Dr. M. A. van den Broek, Amsterdam, Johannes Bücher, Bonn-Beuel, Dr. Hans Dittrich, Köln, Dr. h. c. Georg Duthaler-Gfeller, Basel, Dr.jur. Alfred Gleiss, Stuttgart, Prof. Dr. Gertrud Greciano, Strasbourg, Erich Heise, Kronshagen, Prof. Dr. Jarmo Korhonen, Oulu (Finnland), Prof. Dr. Ricarda Liver, Bern, Fritz K. Mathys, Basel, Dr. Claus Riessner, Rom, Prof. Dr. Ingrid Schellbach-Kopra, Helsinki, Otto Schnitzler (Israel), Siegfried Ulbricht, Lüdenscheid. Für alle Ergänzungen sind Autor und Redaktion herzlich dankbar.
Wie schon am äußeren Umfang zu erkennen, hat die Zahl der Stichworte um ca. 50% zugenommen, so daß aus einem Zweibänder nun ein dreibändiges Lexikon entstanden ist. Wenn trotz dieses beträchtlichen Zuwachses an neuen Stichworten noch immer Lücken bemerkt werden sollten, ist der Herausgeber dankbar für jeden Fingerzeig. Manche Korrespondenten suchten in unserem Lexikon freilich auch Dinge, die es gar nicht bieten konnte und wollte, z. B. Sprichwörter, Zitate oder literarische Wendungen, die nicht volksläufig sind. Auch bei der Neubearbeitung wurde eine .Vollständigkeit' nicht angestrebt. Noch immer bestimmt das Prinzip der Erklärungsbedürftigkeit die Auswahl: Aufgenommen wurden vorzugsweise sprichwörtliche Redensarten, die einer kulturhistorischen Herleitung bedürfen. Wendungen wie ,die Hände in den Schoß legen', .gegen den Strom schwimmen' etc. werden zwar metaphorisch gebraucht, d.h., sie sind nicht immer nur wörtlich zu verstehen. Dennoch bedarf es keiner Eriäute-rung, was damit gemeint ist, also auch
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