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Uraltes Land zwischen Wüste und Meer
»Libyen wird an der Nordküste von Ägypten bis zum Vorgebirge Soloeis, der äußersten Spitze Libyens, von vielerlei libyschen Völkern bewohnt, soweit sich nicht Griechen und Phöniker dort niedergelassen haben. Weiter landeinwärts aber, hinter der bewohnten Küstengegend, gehört Libyen den wilden Tieren. Hinter dieser Tierzone aber ist Sand und gar kein Wasser und nichts als Wüste«, schrieb vor 2500 Jahren der »Vater der Geschichte«, der Grieche Herodot (Buch II, 32), dem Libyen eine der großen Regionen der Welt war wie Asien oder Europa. Aus der Sicht der Griechen zur Zeit Herodots erstreckte sich Libyen von den Rändern des Niltals bis zum Atlantik. Ihnen waren die dort lebenden Völker von alters her vertraut, trieben sie doch schon seit Jahrhunderten Handel mit ihnen, und sie hatten ja versucht, ihre Konkurrenten, die phönikischen Seefahrer, aus ihren Handelsstationen auch an der libyschen Küste zu vertreiben. Die Griechen beherrschten damals die Ostküste mit ihrem Fünf städte-bund (Pentapolis) Barka, Kyrene, Teucheira, Euhesperides und Apollonia. Sie bemühten sich, Näheres über das Land und die Völker im Süden zu erfahren, das ihnen gewaltig, nahezu unendlich erschien, unterschied es sich doch in so vielem von der Insel- und Bergwelt Griechenlands.
Heute ist der Name »Libyen« eine der ältesten Staats-'bezeichnungen der Welt. Mit 1759000 km2 umfaßt dieser Staat Nordafrikas etwa die Hälfte der Fläche Indiens (3 280483 km2). Der Küstenstreifen ist relativ gut erschlossen und bewohnt. Das anschließende Hochland, das einst den »wüden Tieren« gehörte, war bis in die letzten Jahre Nomadengebiet. Den Süden nimmt noch immer der Sand-