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VORWORT VON WERNER HEISENBERG
Wer die Entwickutog der exakten Naturwissenschaft in der Gegenwart verfolgt, der hat erfahren, daß in den letzten Jahrzehnten die Atomphysik zu einer geschlossenen, in weiten Gebieten fertigen Wissenschaft ausgestaltet worden ist; daß diese Atomphysik eine geeignete Grundlage bildet für das Verständnis der chemischen Vorgänge, der physikalischen Eigenschaften der Materie und der Strahlung. Der hat auch gehört, daß im Bereich der Atome andere Gesetze gelten als im Bereich der täglichen Erfahrung, und daß eine neue Mechanik, die vom Prinzen Louis de Broglie begründete Wellenmechanik, das machtvollste Instrument zur Behandlung der atomaren Systeme darstellt. Ein näheres Eindringen in die Welt der atomaren Erscheinungen und in die Grundlagen der neuen Mechanik wird dem Laien jedoch meist verwehrt durch die verwickelte Fülle der Erscheinungen, die nur mit den feinsten Apparaten der Beobachtung zugänglich gemacht werden können, und durch die schwierigen mathematischen Darlegungen, die er etwa in einem Lehrbuch der Wellen-mechanik vorfindet.
Um so größer ist daher der Nutzen, der aus einer Darstellung der modernen Physik gezogen werden kann, die unter Verzicht auf die mathematische Durchführung in einer auch dem Laien verständlichen Form die Zusammenhänge der Atomphysik schildert. Wenn diese Darstellung noch dazu aus der Feder des Mannes stammt, der den ersten Schritt in den neuen Bereich der Natur gewagt hat, so verbindet sich der Gang durch die neu erschlossenen Gebiete mit einem Blick in die Werkstatt, die Arbeitsweise und die Gedankenwelt eines der erfolgreichsten Naturforscher.
De Broglie hat ja selbst als erster den Gedanken gefaßt, daß die doppelte Natur der Strahlung, die sich uns einmal als Wellenbewegung, ein andres Mal als Wirkung schnell bewegter Teilchen
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