Bővebb ismertető
Lichtjahr 2In der zweiten Ausgabe des Almanachs stellen sich Erzähler aus Polen, Rumänien, der Sowjetunion, den Niederlanden und der DDR vor; Stanislaw Lem, Arkadi Strugazki, Georgi Gurewitsch und Karlheinz Steinmüller, als Phantastikautoren in der DDR bereits bekannt, sind diesmal mit Aufsätzen und Essays über Science-fiction vertreten, unter anderem über Jules Verne, der in einem alten, für den Almanach wiederentdeckten Interview auch selbst zu Wort kommt. Außerdem finden Sie hier den ersten Teil einer Bibliographie der in der DDR erschienenen Science-fiction, Sprüche zur SF von Klaus Möckel und erneut viele Illustrationen und Farbtafeln.Bernd Ulbrich In eigenem AuftragStotternd dröhnten die Triebwerke. Dann setzten sie endgühig aus. Gaswirbel packten den Raumschiffkoloß und schleuderten ihn in die Tiefe. Die Temperatur der Außenhaut stieg. Der Ky meldete den Ausfall der Triebwerkssteuerung. Das Raumschiff sackte steil weg.Niemals je hatte er sich so vom Glück verlassen gefühlt. Der Magen drängte nach oben. Er versuchte das Würgen zu bekämpfen. Er atmete tief und wollte sich mit einem Lächeln Mut zusprechen. Er hatte viel gewagt, um hierherzukommen. Jetzt durfte ihn das Glück nicht verlassen. Er überUeß sich dieser Suggestion und hoffte mit fataler Zuversicht. Seine Bewegungen erschienen ihm sicher, seine Anordnungen unfehlbar. Tatsächlich jedoch war außer seinem Leben nichts mehr zu retten. In fünfundzwanzigtausend Meter Höhe gelang es ihm, den Sturz abzufangen.Ein feuriger Schatten schoß durch die Wolken. Ihm entgegen hob sich ein Gebirge.Redcroft beobachtete das Spiel der Anzeigen. Als das Rasen der Atmosphäre so schmerzhaft in den Ohren schrillte, daß der Laut eigentlich nur noch im Krachen des Aufschlags enden konnte, riß er durch manuell bemessene Schübe der Bugdüsen die Rakete hoch. Wie Wäschestücke im Wind flatterten die Tragflächen. Aber die Superlegierung hieh. Er war sich nicht bewußt, daß ihm der Schweiß ausbrach und seinen Körper überströmte. Seine Existenz war ihm in Verges-senheit geraten. Sein Denken und Fühlen bezog sich auf Vergangenes. Er handelte wie ein Automat von Moment zu Moment. Ein vergangener Schmerz belebte eine Hoffnung. Eine unstillbare Sehnsucht wütete in ihm. Mit seinem Tod würde sie sterben.Unglaublich knapp ghtt der Flugkörper über einen Kamm, dessen jenseitiger Abhang mit sanftem Schwung in die Ebene fiel. Redcrofts Knie zitterten vor Hoffnung.Kreischend rissen die vier Schichten der Panzerung auf Jedoch überschlug sich die Rakete nicht. Ihr Rumpf schrammte berstend über den Fels. In seinen verwitterten Bereichen hinterblieb eine Furche.Auf dem Rücken eines Steinwalls kam das kosmische Geschoß zur Ruhe. Einen Herzschlag lang umgab es völüge Stille. Dann brach das Raumschiff in der Mitte auseinander.Redcroft, der voreilig die Gurte gelöst hatte, wurde gegen die Bruchkante einer Verschalung geschleudert. Der Wucht des Anpralls war selbst das Material des Skaphanders nicht gewachsen. Eine metallene Kralle riß ihn von der linken Schulter bis in die Höhe des Herzens auf.Über ihm an der Decke war ein Licht, das da nicht hingehörte. Immerhin, ein Licht. Er tastete über die Fetzen seines Anzugs. Seine Nase war verklebt und zwang ihn, durch den Mund zu atmen. Er schmeckte Blut und etwas Unbekanntes. Ich atme, dachte er.