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ERSTES KAPITELDer Blitz schlug ein, als niemand in der Kirche war.Vater Ifan Matwejewitsch Lukin hatte im Garten gearbeitet und die Bohnen angehäufelt, als der Regen begann, ein völlig unplanmäßiger Regen in dieser Jahreszeit, in der alles grünte und blühte und der schwere Duft des Wermutkrautes sich vermischte mit dem süßen Hauch der Kirschblüten, ein Odem, der über die Steppe schwebte und mit der Strömung des Flusses nach Süden getragen wurde. Plötzlich war das helle Blau des Himmels dunkelgrau geworden, aus dem Norden pfiff ein...
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ERSTES KAPITELDer Blitz schlug ein, als niemand in der Kirche war.Vater Ifan Matwejewitsch Lukin hatte im Garten gearbeitet und die Bohnen angehäufelt, als der Regen begann, ein völlig unplanmäßiger Regen in dieser Jahreszeit, in der alles grünte und blühte und der schwere Duft des Wermutkrautes sich vermischte mit dem süßen Hauch der Kirschblüten, ein Odem, der über die Steppe schwebte und mit der Strömung des Flusses nach Süden getragen wurde. Plötzlich war das helle Blau des Himmels dunkelgrau geworden, aus dem Norden pfiff ein Wind heran, trieb dicke Wolken über den Don und ließ es regnen, als bräche der Himmel ein. Ifan hatte sich schimpfend in den Schutz eines alten Schuppens gestellt, stützte sich auf den Schaufelstiel und starrte mißmutig in die dicken prasselnden Tropfen. Da geschah es.Ein Zucken in den Wolken, ein heller zischender Strahl, darauf ein Krachen, daß sich das Trommelfell bog, Vater Ifan bekam weiche Knie und bekreuzigte sich, es roch sogar nach Schwefel, als sei der Satan selbst unter die Menschen gefahren . . . dann schlössen sich die Wolken, der Donner grollte dumpf, und vorbei war alles.Ifan Matwejewitsch sah es sofort, denn in dem Dach klaffte plötzlich ein Loch.Welch ein Unglück! schrie er und warf die Schaufel weg. Warum in die Kirche? Gibt es nicht genug Häuser von ungläubigen Genossen? Immer trifft es die Falschen!Er rannte durch den Garten, raffte das lange schwarze Popengewand und ließ seinen weißen Bart im Wind wehen. In der Kirche roch es noch stärker nach Brand und Schwefel als draußen, doch beim ersten Blick bemerkte Ifan nichts, was zerstört war. Das gezackte Loch in der Decke wies den Weg, den der Blitz genommen hatte, auf dem Steinboden waren drei Platten zersplittert, und schon wollte Ifan aufatmen und dem heiligen Wladimir ein Loblied singen, als er erstarrte und weite, vom Schrecken aufgerissene Augen bekam.Der Blitz war durch die Ikonastase gefahren, durch die Wand mit den bunten Heiligenbildern, und hatte die goldgrundige Ikonen des Wladimir in zwei Teile zerrissen.Ifan Matwejewitsch setzte sich auf die Stufen vor der Ikonastase, verbarg beide Hände unter seinem Bart und seufzte tief.Der heilige Wladimir war der Schutzpatron von Perjekopsskaja. Man muß dieses Perjekopsskaja kennen, um zu verstehen, was das

Termékadatok

Cím: Liebe am Don [antikvár]
Szerző: Heinz G. Konsalik
Kiadó: Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 3404000501
Méret: 120 mm x 180 mm
Heinz G. Konsalik művei
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